Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas (und anderen schönen Orten).

Unter dem Meer – Eindrücke aus Panama.

Sonntag, 31.03.2013

So. Ich habe wieder Internet. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um euch mal wieder etwas von meinem Abenteuer zu berichten (:

Diese Woche waren Franzi, Isa und Ich von Montag bis Freitag in Panama. Eigentlich war nur eine dreitägige Reise zwecks Visumsverlängerung geplant, aber das hat sich dann alles anders ergeben.

Visumsverlängerung
Erst einmal zur Erklärung: Als deutscher Staatsbürger bekommt man in Costa Rica ein 90-tägiges Touristenvisum, auch für Freiwilligenarbeit etc. Will man also länger als diese 90 Tage im Land bleiben, so wie ich und viele andere hier auch, muss man sein Visum erneuern. Dies geschieht, indem man das Land mindestens 72 Stunden verlässt. Mir wurde sogar erzählt, dass selbst viele Deutsche, die mittlerweile hier leben und arbeiten, das Land alle drei Monate verlassen müssen, solange sie nicht mit einem costa-ricanischen Staatsbürger verheiratet sind oder costa-ricanische Kinder bekommen. Dementsprechend gibt es also viele Leute, die regelmäßig nach Panama fahren, da dies das einzige angrenzende Land ist, bei dem man bei der Wiedereinreise nach Costa Rica keine Gelbfieberimpfung vorweisen muss. Aufgrund dessen gibt es auch viele Reiseagenturen hier vor Ort, die eine kostengünstige Überfahrt (20-30 Dollar) nach Panama, Bocas del Toro, anbieten.

Grenze in Panama

Bocas del Toro
Bocas del Toro ist eine Inselgruppe an der Karibikküste, ziemlich direkt hinter der Grenze. Wir hatten also nur eine recht kurze Fahrt (Fahrtzeit ca. 2,5 Stunden), da wir ja hier in Puerto Viejo auch schon sehr nah an der panamanischen Grenze sind. Was dabei aber noch viel länger gedauert hat, waren Ein- und Ausreise an der Grenze.

Der Grenzübergang und unsere Unterkunft
Für die Ausreise aus Costa Rica mussten wir uns erst einmal in eine lange Schlange einreihen und warten. Eine Stunde. Direkt in der prallen Mittagssonne -.- Vorne am Schalter angekommen mussten wir dann einen Zettel mit unseren persönlichen Daten usw. ausfüllen und haben einen Ausreisestempel in unseren Reisepass bekommen. Dann kam das abenteuerliche: Es ist (zumindest an diesem Grenzübergang in Sixaola) nicht erlaubt, mit einem Auto oder anderem Gefährt nach Panama überzusetzen, die einzige Möglichkeit ist das Überqueren einer Brücke zu Fuß. Einer Brücke mit vielen Löchern drin, möchte ich hinzufügen.

Die Grenzbrücke. Wir auf der Grenzbrücke.

Auf der anderen Seite angekommen, hieß es wieder: Warten. Nochmal über eine Stunde in der Hitze. Dann haben wir endlich unseren Stempel bekommen, mussten drei Dollar Einreisegebühr bezahlen und konnten mit dem Shuttlebus weiterfahren. Der hat uns dann in Panama bis zur Küste gebracht, von wo aus wir mit dem Wassertaxi (Hui, war das schnell!) nach Bocas del Toro zur Hauptinsel Colon gefahren sind. Dort haben wir uns dann im Hostel Heike niedergelassen. Das Hostel war sehr einfach eingerichtet, aber es war ganz in der Nähe unserer Tauchschule (dazu gleich mehr) und es gab jeden Morgen gratis Pancakes mit Banane und Schokolade (:

Rasante Fahrt im Wassertaxi :D Wasser sparen im Hostel Heike.

Nach einer kurzen Orientierung in „Bocas Town“ haben wir dann unsere Tauchschule gefunden. Dort haben wir die letzten Infos zu unseren Tauchstunden bekommen und außerdem ein Lehrbuch, aus dem wir die ersten zwei Kapitel (ca. 110 Seiten!) zum nächsten Tag lesen sollten. Juhu. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt :D

Jules lernt Tauchen
Am nächsten Morgen ging es dann voller Vorfreude zur ersten Tauchstunde. Mehr oder weniger. Vor Ort wurde uns dann nämlich erzählt, dass wir den ersten Tag nur Theorieunterricht machen würden. Ergo: Knapp vier Stunden Videos gucken (mit dem gleichen Inhalt wie unser Lehrbuch, das wir den ganzen Abend krampfhaft gelesen haben -.-), danach Tests schreiben und mit Chombo, unserem Tauchlehrer, den Stoff noch einmal durchgehen. War zwar alles sehr anstrengend, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht und war wirklich interessant. Etwas, was ich im Video gelernt habe, ist der Nutzen, den Tauchen hat: Leute treffen, Orte besuchen, Dinge tun. Ja, im Ernst. Dinge tun. Wurde so im Video gesagt :D

Am zweiten Tag aber dann: Der erste Tauchgang. Zunächst haben wir gelernt, wie man die Geräte usw. richtig vorbereitet und zusammenbaut. Anschließend haben wir einige Übungen an der Wasseroberfläche gemacht, die anstrengender waren als gedacht. Danach stand das erste „Confined Water Training“ an, also Übungen im niedrigen Wasser. Da ich bzw. meine Lunge im ersten Moment total überfordert war, mit so einem Atemgerät zu atmen, habe ich erstmal eine Pause gemacht und Franzi hat die Übungen und den ersten Tauchgang alleine gemacht (Franzi war vorher schon einmal tauchen). Im Anschluss musste ich dann nochmal ran, und siehe da: Mit ein bisschen Entspannung und Ruhe hat es dann auch geklappt! (: Der erste Open Water Dive (also der erste richtige Tauchgang auf 12 m Tiefe) war absolut beeindruckend! Ich habe Seesterne gesehen, komische kleine Krabbelviecher die blau leuchteten auf meiner Hand krabbeln lassen und viele bunte, große und kleine Fische beobachtet. Und das alles, während ich unter Wasser geatmet habe! Das ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl, das ich nie vergessen werde. Und es ist wirklich so, wie man es in Videos sieht. Ich habe mich total gewundert, dass die Fische gar nicht so erschrocken wegschwimmen, wie man das ja von Seen oder Flüssen an der Oberfläche gewohnt ist. Scheinbar fühlen die sich in ihrer „eigenen Welt“ tief unter der Oberfläche viel sicherer. Einige Tiere sind sogar von sich aus auf uns zugekommen und haben uns neugierig beobachtet oder angestupst. WAHNSINN! Ich kann jedem nur empfehlen, wenigstens einmal in seinem Leben tauchen zu gehen.

Im Kurs haben wir dann noch weitere Tauchgänge und Übungen gemacht wie z.B. Maske abnehmen und anschließend vom Wasser befreien, vom zweiten Atemgerät des „Buddys“ (also Tauchpartners) atmen, schwerelos im Wasser schweben um den Grund nicht zu berühren, unter Wasser die Ausrüstung abnehmen etc. pp. Am allerbesten haben mir aber natürlich die Open Water Dives gefallen (: Ich kann immer noch nicht wirklich in Worte fassen, wie genial das war. Einfach krass. <3
Zum Abschluss mussten wir dann noch einen Abschlusstest schreiben, der ziemlich einfach war. Und seitdem bin ich offiziell ein PADI Open Water Diver!! (: Ich bin stolz wie Oskar und unglaublich froh, dass ich diese Chance genutzt habe. Wen es interessiert: Der Kurs hat in Panama für drei Tage 225 $ gekostet, was ca. 150 € sind. So günstig bekommt man das Zertifikat glaube ich sehr selten.

YAY! Vor dem Tauchen - alles okay! Ich, unser Tauchlehrer Chombo und Franzi :) Ein RIIIESEN Seestern   Seepferdchen <3

Bocas Beach
Da Franzi und ich von Dienstag bis Donnerstag jeden Tag ca. 10 Stunden in der Tauchschule waren, haben wir allerdings leider nicht so viel vom Rest der Insel bzw. Inselgruppe gesehen. Aber wir haben viele leckere Restaurants ausprobiert (naja, manchmal sind wir auch auf die Nase gefallen) und dabei KEINEN REIS gegessen!  YAAAY! (:
Isa jedoch hat den Tauchkurs nicht gemacht und deshalb viel Zeit am schönen Strand verbracht ;)

Strand Bocas Strand Bocas Strand Bocas

Was kann ich sonst von Panama erzählen?
Unsere Insel war sehr auf Tourismus ausgelegt, es gab viele Hostels und Restaurants. Zu Ostern machen viele (junge) Leute dort (Party-) Urlaub, weshalb es sehr voll war. Es gab viele Souvenirs- und Ramschläden. Die Pizza dort war nicht gut. Die Hamburger dafür umso besser ;) Man sieht überall Seesterne im Wasser. Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Man wird von allen Leuten auf der Straße gegrüßt, was gewöhnungsbedürftig, aber meistens wirklich nur nett gemeint ist. Das (in Falschen abgefüllte) Wasser ist sehr süß. Das Meer ist sehr salzig. Im Wassertaxi kann es sehr kalt werden. Oh wie schön ist Panama. (:

Und damit: Hasta Luego! Muchos Besos :-*

eure Jules

Achja, und Frohe Ostern! Hier ist Ostern übrigens das größte Fest des Jahres (Semana Santa = Heilige Woche). In den Städten gibt es viele Prozessionen und Gottesdienste, hier bei uns allerdings versammeln sich zurzeit eher die jungen Leute zum Feiern :p

Abschließend noch ein paar andere Fotos aus den vergangenen Tagen:

Chipi! Chillin' Chipi. ToniNO! Unser Strand. Muss sein. :D Schön? Unser neues Haustier. MINI-Kätzchen! Hilfe?

 

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Dieses Blog berichtet aus Costa Rica (Praktikum).

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