Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas (und anderen schönen Orten).

Papageien und Papayas

Sonntag, 05.05.2013

Kinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt bin ich schon wieder eine Woche im Papageien-Projekt. WAHNSINN! 

The ARA Project
Das Projekt in dem ich jetzt arbeite ist in Alajuela, ziemlich in der Nähe des Internationalen Flughafens. Das Ziel des Projekts ist es, die beiden stark gefährdeten Papageienarten „Hellroter Ara“ (Scarlet Macaw) und „Großer Soldatenara“ (Great Green Macaw) zu züchten und anschließend in die Natur zu entlassen. Gezüchtet werden die Tiere hier in Alajuela, freigelassen dann in einer der „Release Sites“ (Entlassungsplätze) an der Pazifikküste. Insgesamt beherbergt das Projekt derzeit um die 140 Aras.

Die kleinen Käfige Die sind echt! Und ich auch. Ich häng hier nur so rum. Ein Hybrid, also grüner und roter Ara gemischt. Wunderschön :) Gut, dass meine Schuhe etwas zu groß sind. Great Green Macaw. Scarlet Macaw. Hallo! Mein Freund, der ist mir gefolgt. Ara-Love <3 Eier! Die fühlen sich nach Plastik an. Ein Bild von Franzi. Super Schnappschuss!

Meine Arbeit
Mein Arbeitstag beginnt morgens um 7.00 Uhr in der Küche, wo kiloweise Obst geschnitten wird. Die Tiere bekommen zum Frühstück Reis mit Bohnen (wir sind hier schließlich in Costa Rica! Außerdem sind Reis und Bohnen ein guter Ersatz für die eigentliche Hauptnahrung von Aras: Nüsse), zum Mittag dann das Obst und abends Sonnenblumenkerne. Nach der Zubereitung des Mittags gibt es erstmal Kaffee. Für die Menschen ;) Danach werden die Volieren gereinigt, also geharkt und gefegt. Anschließend wird dann meistens nochmal Obst im projekteigenen Obstgarten gepflückt. Dann ist es meistens ca. 11.00 Uhr und wir haben erstmal Pause. Bis 17.00 Uhr :D Manchmal fangen wir schon um 15.00 Uhr wieder an und helfen im Garten oder sammeln noch mehr Obst. Um 17.00 Uhr werden dann die „Dishes“ gemacht, also alle Futterschalen ausgeleert und gewaschen. Gegen 17.45 Uhr ist dann alles fertig und der Tag im Projekt geht zu Ende (:
Die Arbeit an sich ist eigentlich nicht wirklich anstrengend, nur wenn es dann mittags wärmer wird läuft einem der Schweiß in Strömen. Aber dank der großen Pause (Siesta) kann man nachmittags viel Energie sammeln :p Was manchmal jedoch auch anstrengend ist, ist der Krach, den die Vögel machen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch einen Höllenlärm 140 Aras machen, die auf ihr Abendessen warten!! Aber ansonsten sind die Vögel wirklich toll, so viele bunte Tiere auf einmal. (: Die ersten Tage waren sie mir gegenüber noch sehr zurückhaltend, aber mittlerweile kommen sie schon auf mich zugelaufen und beißen mir in die Zehen (zum Glück nur in meine Schuhe, alles andere würde ziemlich wehtun).

Jawses! :3 Unser Hangout-Platz Mittagsessen! Sieht das nicht lecker aus? Die Küche Der Shop Eine Mondblume, die nur einmal im Jahr blüht :)

Meine Familie
Untergebracht bin ich in einer Gastfamilie direkt beim Projekt. Die Gastmutter heißt Elizabeth und ist eine supernette Mutter, die hervorragend kocht. Wahrscheinlich werde ich hier das Gewicht, das ich im Schildkrötenprojekt verloren habe, gleich wieder draufkriegen :D Elizabeth lebt hier mit ihrem Sohn, den man allerdings kaum zu Gesicht bekommt. Außerdem gehen hier ständig neue Volontäre ein und aus. So habe ich hier zeitweise mit Ine, einem Mädchen aus Norwegen, und Steven, einem Kanadier, gewohnt. Außerdem kam Patrick, ein Volontär aus England, immer zum Essen. Auch sonst ist hier aber immer was los, im Haus leben außerdem noch Luna, ein kleiner Hund, und Amor, eine Katze. Luna versucht immer, auf meinen Händen und Füßen herumzukauen. :D Süßer Hund. Außerdem bekommt Elizabeth viel Besuch von Freunden oder passt hier auf ihren Enkel Ismael auf. Ich fühle mich richtig wohl hier und bin auch froh, dass ich endlich mal wieder etwas Spanisch üben kann.  Im Projekt wird nämlich nur Englisch gesprochen :/

Unser Haus :) Flauschige Blumen! Mein Zimmer. Kunst in meinem Zimmer. Wer schnallt es? ;)

Meine Freizeit
Ich habe zwar nur einmal in der Woche frei, aber wie ihr merkt, habe ich jeden Tag ca. 6 Stunden Pause :D Oft bin ich dann zwar auch so müde, dass ich einfach nur ein bisschen schlafe, aber manchmal verlasse ich das Haus auch ;)

Abenteuer öffentlicher Nahverkehr
Zum Beispiel war ich einmal mit Steven in Alajuela. Dort wollten wir in ein Buchgeschäft. Sind also mit dem Bus hingefahren (das war ganz leicht!) und haben dann dort festgestellt, dass A. Sonntag ist und B. ein großes Fußballspiel stattfindet. Ergo waren alle Geschäfte geschlossen, bis auf ein Spielwarengeschäft. Nachdem wir dort also ein bisschen rumgestöbert hatten, wollten wir den nächsten Bus nach Hause nehmen. Nur, welcher ist der richtige? Wir uns also bei den Ticos durchgefragt. Blöde Idee. Der eine sagt dir „Hier zweimal um die Ecke und dann 50 Meter weiter“ . Kein Bus. Fragt man dort nochmal, wird man wieder „Hier zweimal um die Ecke und dann 50 Meter weiter“ geschickt, also einmal im Kreis. Natürlich auch kein Bus. Nachdem wir knappe 1,5 Stunden nach dem Bus gesucht haben, haben wir uns ein Taxi genommen. Ich weiß bis heute nicht, welcher Bus der richtige ist :D

Franzi, Ally und ein paar US-Amerikaner
Einen Abend habe ich dann Franzi und Ally, zwei Freundinnen aus dem Rescue Center, in ihrem Hotel in Alajuela besucht. Wir waren gemeinsam Essen (Pommes mit Käsesoße und Bacon!!!)  und haben viel gelacht, es war wirklich toll mal zwei bekannte Gesichter wiederzusehen. Franzi habe ich dann außerdem noch zweimal in ihrem Hostel in Alajuela besucht. Dort gab es eine Bar auf dem Balkon, von wo aus man über ganz Alajuela und den Flughafen sehen konnte. Am ersten Abend gab es außerdem einen tollen Sonnenuntergang (: Dort haben wir dann auch ein paar Typen aus den USA kennengelernt. Die waren total schräg drauf, aber es war richtig lustig mit ihnen. Deswegen mag ich das Reisen auch, man trifft so viele tolle und interessante Menschen. Die Story der beiden Amis war jedenfalls, dass sie ihren Flug verpasst hatten, weil sie mit Sack und Pack in ihrem Mietwagen am Strand waren und der, wie könnte es anders sein, aufgebrochen wurde. So mussten sie also mit nichts als dem, was sie anhatten, erstmal neue Pässe bekommen etc. Trotz dieser miserablen Geschichte waren die beiden aber total super drauf und haben viel mit uns gelacht (:

Sonstige Anekdoten
Ich habe Zuckerrohr gegessen!
Total lecker, schmeckt fast wie Ahornsirup. Also eigentlich nur ekelhaft süß, aber mit einem ganz eigenen Aroma. Irgendwie merkwürdig, dass eine Pflanze so schmecken kann.
Gibt es in Deutschland eigentlich Käsepopcorn?
Haben Ine und ich hier in der Mikrowelle gemacht, also diese Fertigpackungen. Mit Käsegeschmack! War total lecker.
Ine hat die Küche in Brand gesetzt!
Naja, fast. Sie wollte hier bei uns in der Gastfamilie Kekse backen. Die Ticos benutzen aber ihren Backofen so gut wie nie und da hat Elizabeth wohl vergessen, Ine zu sagen, dass sie den Backofen nur vorheizen und dann ausmachen muss. Also finden Ines Kekse nach zwei Minuten an zu brennen! :D In der Panik hat dann Steven Wasser über die Kekse gekippt, wobei das innere Glas der Ofentür zersprungen ist. Wir hatten dann natürlich total Angst, dass Elizabeth schrecklich böse auf uns ist. Die hat aber nur gelacht, als ich (sonst kann ja keiner Spanisch) ihr erklärt habe, dass ihre Küche gebrannt hat und meinte noch „Son galletas de fuegp!“ („Es sind Feuerkekse!“). Diese Frau ist einfach wirklich zum knutschen <3
Ich bin ein Star, holt mich hier raus.
Man wird hier als Weißer, insbesondere als Frau, sowieso immer schon komisch angeguckt und von allen Männern angemacht. Na gut, daran gewöhnt man sich irgendwie. Dass aber eine Gruppe 14-jähriger Mädchen sich neben dich auf eine Bank setzt, dir erzählt, wie schön deine Haare sind, und dann anfängt Fotos von dir zu machen, ist doch eine seltsame Erfahrung. Und ist mir genau so wiederfahren. Man fühlt sich manchmal wirklich wie im Zoo o.O

Franzi, Ally und Ich alajuela Die Chaotengruppe John, Jules, Bryse, Franzi

Planänderung
Eigentlich habe ich ja dieses Projekt ganz normal für drei Wochen gebucht. Es war also auch so geplant, dass ich hier in Alajuela drei Wochen in der Breeding Station helfe. Nun sollte aber Ine eigentlich nach Punta Islita zur Releasing Site fahren, weil die Biologen dort Hilfe brauchten. In hat aber nach einer nächtlichen Trinksession mit mir ihren Bus verpasst (ich war pünktlich zur Arbeit!) und ist dann nicht mehr gefahren. Also wurde ich gefragt, ob ich fahren möchte. Ich habe mich natürlich sehr über diese Chance gefreut und gleich zugesagt! Dann sollte ich allerdings schon letzten Montag direkt fahren, was mir dann doch zu schnell ging. Zum einen ist die Releasing Site nämlich auch in einer abgelegenen Gegend und zum anderen ist der Großteil der Arbeit dort laufen, weil man die freigelassenen Vögel beobachtet und dabei hinter ihnen herlaufen muss. Da ich sowohl Einsamkeit als auch 200 Kilometer Fußmarsch im Schildkrötenprojekt gerade hinter mir hatte, bat ich um Aufschiebung. Nun fahre ich also am kommenden Dienstag nach Punta Islita an die Pazifikküste. Darauf bin ich sehr gespannt, zum einen weil ich noch nicht am Pazifik war und zum anderen, weil ich dort einen weiteren Teil der Arbeit von Biologen kennenlernen werde. Ob ich dort allerdings Internet habe weiß ich nicht, also wenn ihr wieder zwei Wochen nichts von mir hört, wundert euch nicht, es geht mir gut! (:

So, das war auch schon wieder eine ganze Menge. Ich hoffe, ihr genießt das tolle Wetter in Deutschland! Ich genieße die Sonne hier noch eine Weile und bin dann bald aber auch schon zurück (8. Juni) (:

Bis dahin: Muchos besos!
eure Jules

 

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Dieses Blog berichtet aus Costa Rica (Praktikum).

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