Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas (und anderen schönen Orten).

Home sweet home.

Donnerstag, 13.06.2013

So. Seit vergangenem Samstag bin ich wieder in der Heimat. Anfangs plagte mich noch ein starker Jetlag („Ach, schon 4 Uhr morgens? Na gut, ich geh mal ins Bett.“ „Mama, noch fünf Minuten schlafen... es ist doch erst 12 Uhr mittags!“), der nun aber immer weiter nachlässt. Na gut, ich kann trotzdem noch bis 12 Uhr schlafen :D

Nun denn. Dies hier wird dann wohl der letzte Blogeintrag zu meinem Costa-Rica-Abenteuer. Ich möchte euch noch einmal einen kleinen Rückblick geben und meine Erfahrungen zusammenfassen. Außerdem habe ich noch ein paar Fotos von einigen Souvenirs gemacht. Damit habe ich mir ein Stück Costa Rica mit nach Hause genommen.

Ich möchte meinen Rückblick als ein Interview-Gespräch darstellen. Die Fragen habe ich mir zum Teil selbst gestellt, zum Teil wurden sie mir aber auch so von Freunden und Verwandten gestellt, weshalb ich denke, dass es auch für andere Leser interessant sein könnte.


Hallo Julia. Du warst nun 4 Monate in Costa Rica und hast dort in verschiedenen Tierhilfsprojekten gearbeitet. Was hast du während dieser Zeit gelernt?
Bei der Arbeit habe ich gelernt, dass auch körperlich anstrengende Arbeit großen Spaß machen kann, vor allem, wenn man dabei einen Fortschritt sehen kann. Außerdem habe ich viel über Teamarbeit und Arbeitsteilung gelernt. Von den Einheimischen habe ich vor allem gelernt, die Dinge ruhig anzugehen („Tranquila!“) und lockerer zu nehmen („Pura Vida!“). Nicht jeder kleine Fehler ist ein Beinbruch, und auch mit 90 km/h statt 100 kommt man ans Ziel. (Auch wenn die Ticos trotzdem sehr rasant Auto fahren :D ) Ich denke ich bin außerdem selbstständiger und selbstbewusster geworden. Achja, und mein Spanisch habe ich natürlich aufgebessert (:

Hat sich damit auch deine Sichtweise auf manche Dinge verändert?
Ja, ich glaube ich kann vieles jetzt gelassener sehen. Die Deutschen haben immer so einen Kontrollzwang, der sich auch in unserer berühmten Bürokratie zeigt. In Costa Rica lebt man scheinbar mehr so in den Tag hinein, Bauarbeiten dauern halt mal länger, wenn die Arbeiter nicht so viel Lust haben, und wenn bei einem Erdbeben etwas kaputt geht, dann baut man es halt wieder auf. Ich hoffe, dass ich ein wenig von dieser Einstellung für mich selbst übernehmen kann, und in Zukunft nicht mehr so viel plane, sondern eher mal spontan etwas entscheide oder mache.

Scheinbar hat dir die Zeit dort also gut gefallen. Würdest du wieder nach Costa Rica gehen?
Auf jeden Fall! Ich habe dort eine unvergessliche Zeit verbracht und würde jederzeit wieder dorthin gehen, wenn ich Zeit und Geld habe ;) Während der vier Monate habe ich auch viele Freunde gefunden und Kontakte geknüpft, sodass ich beim nächsten Mal ja auch schon weiß, an wen ich mich wenden kann und wo ich unterkommen könnte. Ich würde auch jedem anderen empfehlen, einmal einige Zeit im Ausland zu verbringen. Dort lernt und sieht man so vieles, was man sich von zuhause aus gar nicht vorstellen kann. Ich habe auch schon einigen Leuten aus den Projekten dort gesagt, dass ich wiederkomme, sobald es mir möglich ist :p

Könntest du dir dann auch vorstellen, dort zu leben?
Ja, ich denke schon. Es ist zwar wirklich eine ganz andere Welt als hier, und in vielen Punkten auch eine große Umgewöhnung. Aber das Land ist einfach traumhaft und die Menschen dort supernett und stets hilfsbereit. Ich habe auch viele Leute aus Europa und den USA dort getroffen, die nach Costa Rica ausgewandert sind und dort ein Hostel eröffnet haben oder in Souvenirshops arbeiten. Das einzig blöde daran ist, dass man nur ein Touristenvisum für 90 Tage erhält, also alle drei Monate das Land für 72 Stunden verlassen muss. Es sei denn, man heiratet einen Tico. ;) Vielleicht komme ich irgendwann darauf zurück :D Aber jetzt geht es erstmal ans Studieren, in Deutschland.

Hast du dich denn jetzt für ein Studium entschieden?
Nein, immer noch nicht :D Ich weiß aber jetzt, dass mir die Arbeit mit Tieren auf jeden Fall riesig Spaß macht und deshalb Biologie oder Tiermedizin auf jeden Fall das richtige ist. Ich werde jetzt noch ein Praktikum in einer Tierklinik absolvieren, um mir sicher sein zu können, und dann muss das Bauchgefühl entscheiden ;)

Was vermisst du aus Costa Rica? Was vermisst du nicht?
Das leckere Obst vermisse ich sehr!! Jeden Morgen ein Teller voll frischer Mango, Papaya, Ananas, Banane und Wassermelone. Das fehlt mir. Außerdem vermisse ich die Sonne und vor allem das Meer. Es ist einfach perfekt, direkt am Meer zu wohnen. Und ganz besonders vermisse ich meine Faultiere und Affen und sonst überhaupt alle Tiere von dort. Und einige Menschen ;)
Was ich nicht vermisse? REIS! :D Davon hatte ich in den letzten 4 Monaten ausreichend.

Hast du dir in Costa Rica Gewohnheiten zugelegt, die du nun nicht wieder loswirst?
Ja, es fällt mir zum Beispiel immer noch schwer, das Toilettenpapier in die Toilette zu werfen :D In Costa Rica sind die Rohre zu dünn, weshalb man Papier immer in den Mülleimer werfen muss. Außerdem erwarte ich immer noch, Affen zu sehen, wenn ein Baum sind im Wind bewegt. Auch halte ich manchmal Ausschau nach Vögeln oder Agutis :D Ansonsten habe ich mich aber schon wieder gut eingelebt, selbst das Autofahren klappt schon wieder :p

Was war der aufregendste Moment auf deiner Reise?
Der erste Tauchgang in Panama und das Klettern bei unserer Canopy-Tour - da ging mir ganz schön die Pumpe :D

Der emotionalste Moment?
Das war wohl der Tag, an dem Brigitte, unser Ozelot im Rescue Center, verstarb. Alle hatten Tränen in den Augen und viele Leute im Projekt lagen sich sogar weinend in den Armen. Ich hatte zwar nichts mit dem Tier zu tun, aber trotzdem war auch ich sehr niedergeschlagen.

Gab es einen besonders beeindruckenden Moment?
Ja, der Augenblick, in dem ich zum ersten Mal eine Lederschildkröte sah. Ich war überwältigt von der Größe dieses Tieres! Und dann dabei zuzusehen, wie die Schildkröte so vorsichtig ein Nest gräbt und ihre Eier legt, das war unvergesslich.

Dein Fazit?
Ich bin unglaublich froh, diese Reise gemacht zu haben und bedanke mich noch einmal bei meinen Eltern, die mich so sehr unterstützt und mir die Reise überhaupt ermöglicht haben (: Ich würde jederzeit wieder so eine Reise machen und kann es nur jedem wärmstens empfehlen. Das richtet sich auch nicht nur an junge Leute, in den Projekten waren auch Ü40-Personen, die total begeistert davon waren ;) Bei so einem Auslandsaufenthalt lernt man so viel über die Welt und sich selbst, wie sonst nirgends. Und man behält diese Erinnerung, die einem niemand nehmen kann.

Vielen Dank für dieses Interview!

So, und nun gibt es noch Bilder von Costa Ricanischen Souvenirs :p

Ein Buch über die Tiere in CR Federn von Aras, einer Eule und Whizzie :) Feder-Bilder von Amable :) Ein Lesezeichen. Das erste Schnapsglas in meiner Sammlung! Und natürlich eins aus Panama. Eine Kette aus Bambus. Ein neuer Rucksack <3 Eine CD mit Regenwaldgeräuschen und Klavier. Das beste Geschenk von Mama - ein Fauli!! :) Süß? :) Da sind die Fähnchen :) Endlich wieder bei Othello! <3 <3 <3

 

Navigation

Dieses Blog berichtet aus Costa Rica (Praktikum).

Neueste Blogeinträge
Autor kontaktieren

Übersichtskarte