Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas (und anderen schönen Orten).

Berichte von 03/2018

Jules at work

Mittwoch, 28.03.2018

So Leute,

Ich habe jetzt schon von mehreren Leuten den "Vorwurf" gehört, ich würde ja doch nur Welpen kuscheln in meinem Praktikum. Mit dem Vorurteil möchte ich heute mal aufräumen und euch einen kleinen Einblick in meine Arbeit geben ;-)

Das Karmsund Dyrehospital hat zwei mal am Tag offene Sprechstunde, während der ich normalerweise bei einem der Tierärzte mit in der Sprechstunde bin und am Tier helfe oder zum Beispiel Impfungen gebe oder Krallen schneide. Außerdem übernehme ich häufig die Laboruntersuchungen, zum Beispiel Blutproben im Labor vorbereiten oder Ausstriche mikroskopieren. Darunter sind viele Ohrausstriche, da oft Hunde oder Katzen mit Ohrentzündungen zu uns kommen. Diese können bakteriell, parasitär oder pilzbedingt sein und stellen sich dementsprechend unter dem Mikroskop dar: 

gemischte Ohrinfektion mit Pilzen und Bakterien Eine Ohrmilbe. Ist sie nicht süß?

Manchmal haben wir auch etwas speziellere Fälle in der Klinik, bei denen ich teilweise nur wenig helfen kann, aber durchs Zuschauen auch viel lerne. Zum Beispiel habe ich hier gelernt, wie man ein Othämatom behandelt. Das ist eine Blutansammlung im Ohr, die meistens dadurch entsteht, dass die Tiere durch Juckreiz im Ohr (z.B. durch eine Entzündung oder Milbenbefall) viel mit dem Kopf schütteln. Dann kann man das Ohr etwas anritzen und mit einer Othämatom-Kompresse (einer Art Schwamm) das Blut "entziehen". Das sieht dann so aus:

Othämatomkompresse bei einer Katze

Einen ganz spannenden Fall hatten wir außerdem gestern: Ein Hund hatte einen Angelhaken verschluckt, den man auch wunderbar auf dem Röntgenbild sehen konnte. Zum Glück war der Angelhaken nur bis kurz hinter den Magen gelangt, sodass Bernt und Ingri es geschafft haben, den Haken endoskopisch zu entfernen, ohne dass dieser große Schäden an Speiseröhre und Magen hinterlassen hat:

Das Röntgenbild - hübsch! Bild vom Endoskop Tadaaa!

Das größte ist es für mich aber natürlich, wenn ich bei Operationen helfen oder diese sogar selbst durchführen darf! So habe ich zum Beispiel schon zwei Kater kastriert und einige Wundversorgungen durchgeführt:

Die Katze hatte wohl einen kleinen Kampf Wunde gesäubert und genäht - fertig!

Letzte Woche durfte ich dann mit Bernt einen Gesäugetumor entfernen. Das meiste ließ Bernt mich selbst machen, nur bei der Entfernung selbst hat er mir assistiert :) Da ich natürlich richtig stolz auf die OP war musste Lene (eine der Assistentinnen) natürlich Fotos machen!

Bernt und ich beim operieren - spannend! Jetzt noch fix zunähen... ...fertig! Top!

So, ich hoffe, diese Eindrücke haben euch gezeigt, dass ich hier während meiner Zeit in Haugesund auch arbeite und lerne :-p Aber natürlich kommt der Spaß auch nicht zu kurz (zumal mir die Arbeit natürlich auch Spaß macht!). Und ich muss zugeben, auch das mit den Welpen kommt nicht zu kurz, denn mir ist aufgefallen, dass hier tatsächlich sehr viele Welpen bzw. Züchter mit ihren Welpen herkommen. Ich habe den Eindruck, dass Hundezucht (und auch Hundeshows) ein sehr beliebtes Hobby in Norwegen ist.

Ich war übrigens am vergangenen Wochenende nochmal in Haugesund und möchte euch natürlich die neuen Bilder, die dort entstanden sind, auch nicht vorenthalten:

Ein Hafen Michael Jackson überquert den Zebrastreifen :D Haugesund bunte Häuser Haugesund Haugesund - und wieder strahlend blauer Himmel :)

Außerdem hatten wir letzte Woche Schnee liegen! Leider habe ich es nicht geschafft, richtig tolle Bilder zu machen, da der Schnee sehr schnell wieder weggetaut ist. Hier sind es jetzt nämlich eigentlich durchgehend über 0 Grad, auch wenn der Wind heute sehr eisig war.

Schnee vor der Haustür :) Winterwonderland

Und jetzt mache ich mich ans Sachen packen, denn morgen früh geht mein Bus nach Bergen. Dort werde ich die Osterfeiertage verbringen (habe ich erwähnt, dass in Norwegen Gründonnerstag auch ein Feiertag ist? :-p) und hoffentlich viele neue Eindrucke bekommen und Tolles erleben! Ich bin sehr gespannt auf das Wetter, denn wie ich gelesen habe regnet es in Bergen durchschnittlich (!) an 250 (!!!) Tagen im Jahr. Die Wettervorhersage ist allerdings super, angeblich soll es die nächsten 5 Tage (also genau die Zeit, in der ich da bin) keinen Regen geben :D Ich werde euch berichten und viele Fotos machen :-)

Also denn, god påske euch allen und bis die Tage!
Julia

So viel passiert!

Dienstag, 20.03.2018

Hallo alle miteinander :)

Ich sitze gerade bei einer kleinen Mittagspause mit Pfannkuchen in meinem Zimmer und will euch endlich mal wieder etwas berichten. Wie ihr euch denken könnt war ich am Wochenende ganz schön beschäftigt, sodass ich bislang noch gar nicht zum Schreiben gekommen bin.

Vergangene Woche
Nun, die Woche war natürlich wieder dem Praktikum gewidmet. Ich habe einige neue Dinge gelernt, unter anderem konnte ich eine andere Technik der Katerkastration ausprobieren, die ich so noch nicht kannte bzw. noch nie gemacht hatte. Außerdem schnappe ich immer mehr Wörter aus dem Norwegischen auf und verstehe mittlerweile zumindest grob, was die Besitzer erzählen. Es sind aber auch alle Besitzer immer total verständnisvoll, wenn ich sage, dass ich Deutsche bin und kein Norwegisch sprechen, und wiederholen dann auch gerne nochmal etwas für mich auf Englisch (oder teilweise auch Deutsch, da man das hier in vielen Schulen als zweite Fremdsprache wählen kann). Es sind also alle total zuvorkommend :)

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit, zwei Tiere, die leider eingeschläfert werden mussten, zu obduzieren. Das war sehr interessant. Ein kleiner Boston Terrier-Welpe hatte leider einen sogenannten Hydrocephalus, also einen "Wasserkopf". Da habe ich dann vorsichtig den Schädel eröffnet und konnte mir das Gehirn dann genauer anschauen. Bei einer alten Katze, die eingeschläfert werden musste, hatten wir schon im Ultraschall veränderte Nieren festgestellt, diese habe ich dann also ebenfalls untersucht und auch stark veränderte Nieren gefunden. Was genau dahinter steckte habe ich noch nicht herausgefunden, aber ich wollte mich zu dem Thema nochmal schlau lesen :) Bilder von den Obduktionen habe ich zwar auch gemacht, aber die erspare ich euch mal lieber, ich weiß ja nicht, wer hier alles so rein schaut und das vielleicht unappetitlich findet ;)

Am Freitag war dann erstmal ein sehr trauriger Tag für mich. Der kleine Bjarne wurde verkauft und abgeholt :( Am Abend zuvor hatte ich noch einen Spaziergang mit ihm gemacht und den Sonnenuntergang angeschaut, danach haben wir noch viel gekuschelt und gespielt. Am nächsten Mittag hieß es dann Abschied nehmen. Die beiden jungen Männer, die Bjarne abgeholt haben, wirkten aber sehr nett und wollen Bjarne wohl auch für die Jagd einsetzen, was ihm glaube ich sehr gefallen wird. Er ist immerhin sehr durchsetzungsfähig (um nicht zu sagen dickköpfig :p ) und hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt (Foxterrier halt). Daher freue ich mich natürlich total für den Kleinen! :) 

Untersuchungen und Impfungen für Bjarne vor der großen Reise! Der kleine Bjarne nochmal. Wunderschöner Sonnenuntergang

Das Wochenende
Am Wochenende war total viel Programm! Am Freitagabend haben wir relativ pünktlich Feierabend gemacht, sodass ich eigentlich mit der Kamera los wollte und noch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang machen. Ich bin dann also einfach erstmal losgelaufen und dann aber irgendwie bei einem Einkaufszentrum hier direkt um die Ecke gelandet. Da wollte ich dann "nur kurz mal reinschauen" - ihr kennt das ja :D Da das Zentrum auch zwei Supermärkte hatte bei denen es nochmal etwas andere Auswahl als bei dem Kiwi-Markt hier um die Ecke gab, bin ich natürlich mit zwei Tüten unter dem Arm - selbstverständlich mittlerweile NACH Sonnenuntergang - wieder zurück zur Klinik gegangen. Nun habe ich den Kühlschrank aber wirklich erstmal voll :D Unter anderem habe ich mir jetzt auch mal Gudbrandsdalsost gekauft, einen speziellen norwegischen Braunkäse aus Kuhmolke, Sahne, Kuh- und Ziegenmilch, der einen karamelligen Beigeschmack hat. Ich muss sagen, ein richtiger Fan bin ich davon noch nicht :D Mal schauen, ob ich mich an den Geschmack vielleicht gewöhne.

Am Samstag habe ich dann erstmal ein richtig schönes Frühstück mit Pfannkuchen und Ei gemacht und dabei mit Mama geskyped. Danach habe ich dann meine Bude geputzt und Abwasch gemacht etc. Das war leider über die Woche alles etwas liegen geblieben. Da das Wetter wunderschön war bin ich dann im Wald hier um die Ecke ein wenig spazieren gegangen. Abends war ich dann mit Bernt und seiner Familie erst in einer Kn­­­­eipe in der Innenstadt, dort wurde eine kleine Überraschungsparty für seine Nichte gegeben, die 18 wird (zwar erst nächste Woche, und so richtig habe ich das auch nicht verstanden, aber die Party sollte halt schon vorher stattfinden :D). Dort habe ich dann also einen weiteren Teil von Bernts und Elis (Bernts Frau) Familie kennen gelernt. Auch dort waren alle sehr nett und haben sich Mühe gegeben, sich mit mir auf Deutsch oder Englisch zu unterhalten :) Nach etwa 2 Stunden auf der Party sind wir dann gegangen und haben in einem Restaurant noch etwas gegessen. Das Restaurant gehört wohl zu einer Kette ("Egon"), die aber sehr viel Wert auf Qualität und auch Individualität bei den einzelnen Restaurants legt. Die Einrichtung war sehr urig, mit alten Bauerngerätschaften an der Wand etc., und das Essen war großartig!

Norwegens Wildlife :D Eingefrorener Zugefrorener See im Wald

Am Sonntag war dann richtig viel Programm: Erst bin ich vormittags mit Bernt und Eli und Alfa (Bjarnes Mama) im Schlepptau mit deren kleinem Boot rausgefahren. Das Wetter war einfach perfekt dafür! Die letzten Tage war es ohnehin meistens ziemlich sonnig und sehr schön :) Wir sind dann also erstmal raus aufs Wasser gefahren und haben unser Glück beim Angeln versucht. Jaa, ich habe geangelt! Aber - wer meine Familie hinsichtlich Angeln kennt, weiß, was jetzt kommt - wir haben nichts gefangen. Einmal hatte ich drei Fische an der Angel, die ich auch nur mit Mühe herausziehen konnte, aber die waren alle drei zu klein zum Essen, also haben wir sie wieder frei gelassen. Danach ist dann auch leider bei einem weiteren Versuch ein Haken im Boden stecken geblieben, sodass die Schnur gerissen ist. Also haben wir das Angeln abgebrochen und haben unsere Fahrt fortgesetzt. Wir sind dann weiter gefahren auf die Insel Karmoy nach Avaldsnes, wo es ein kleines Wikingerdorf als "Freilichtmuseum" gibt. Im Sommer ist da wohl immer richtig viel los und viel Programm, aber auch jetzt war es dort schön zum Spazieren gehen und Fotos machen. Wir sind dann hoch gegangen bis zur Olavskirche (Olavskirken). Dort erklärte mir Bernt, dass ein langer Spitzer Fels, der direkt neben der Kirchenwand steht, "Nähnadel Mariens" heißt und dass es eine Sage gibt, nach der die Welt untergehen wird, wenn die Spitze der Nadel die Kirchenwand berührt. Deshalb haben die Pfarrer immer wieder heimlich ein Stück oben abgeschlagen, wenn die Nadel der Wand zu nahe kam. Nach diesem Ausflug sind wir wieder zurück zum Boot und wieder nach Hause gefahren.
Am Nachmittag war ich dann bei Bernt und Eli zusammen mit Felix und Ingri zum Lamm-Essen eingeladen. Eli hat ganz wunderbar leckeres Lamm gekocht und wir haben schön zusammen gegessen. Direkt im Anschluss ging es in die Norheimkirke, wo Verwandte von Bernt und Eli ein Konzert mit Klavier und zwei Violinen gaben. Das war mal etwas anderes und sehr schön. Außerdem war ich ziemlich beeindruckt, denn der Pianist war über 90 Jahre alt und hat dennoch richtig gut gespielt.
Danach habe ich mich einen kurzen Moment ausgeruht, bis ich dann wieder zum Abendbrot bei Bernt und Eli eingeladen war. Und es gab Garnelen! Brot mit Garnelen und Mayonnaise ist hier sehr beliebt, und da ich ja nun mal alles probieren will habe ich, trotz meiner eigentlichen Abneigung gegen Fisch und Meeresfrüchte, natürlich auch etwas davon probiert. Und ich muss zugeben, es war gar nicht so schlimm, vielleicht sogar ganz lecker O:) Auch ein bisschen Forelle habe ich gegessen und fand es wirklich gut. Glaubt ihr gar nicht, was? :p
Ich kann also nur sagen, dass es ein wirklich ganz großartiges Wochenende war! Vielen vielen Dank an Bernt und die ganze Familie für die tolle Zeit am Wochenende :)

Bernt macht das Boot bereit.Co-Pilot Alfa <3WikingerhüttenOlavskirkenNaturDie Nähnadel MariensViel Platz ist nicht mehr! O.OJules vor der OlavskirkenJules vor der weiten NaturGegend.Natur :)Die Norheim-KircheGemeinsames Abendessen mit Bernd, Eli, Felix und Ingri Garnelen!

Die letzten Tage
Da ja heute schon wieder Dienstag ist, will ich natürlich auch kurz über die letzten beiden Tage noch berichten. Gestern habe ich eine Katze mit Bisswunden versorgt, wir mussten einen Abszess spalten und spülen und eine etwas größere Bisswunde habe ich gesäubert und genäht. Heute habe ich dann eine weitere kleine OP ganz allein durchgeführt, ein Hund hatte eine kleine Umfangsvermehrung (ugs. auch "Knubbel" genannt :D) in der Haut. Die habe ich reseziert (also weggeschnitten) und die Haut dann wieder zusammen genäht. Ihr merkt also schon, ich werde hier teilweise voll eingebunden und kann ein bisschen OP- und Näherfahrung sammeln. Das ist natürlich ganz toll für mich und bringt mich dann auch mit meinen praktischen Fähigkeiten weiter.

Hochkonzentriert bei der Arbeit Muskat, die Klinikkatze :3

Auch auf die Gefahr hin, dass ihr gar nicht mehr weiter lest, möchte ich noch kurz etwas zum Unterschied der Arbeit von Tierärzten hier und in Deutschland erzählen: Die Tierärzte haben hier kein Dispensierrecht. In Deutschland haben die Tierärzte, anders als die Humanmediziner, das Privileg, Tierarzneimittel selbst an den Besitzer abzugeben bzw. zu verkaufen. Hier in Norwegen ist es bei den Tierärzten genau wie bei den Humanmedizinern, das heißt also die Tierärzte dürfen nur Rezepte für Arzneimittel ausstellen und die Besitzer müssen die Medikamente dann aus der Apotheke holen.

Ich weiß, ich habe schon ewig viel geschrieben, aber eine letzte Sache will ich euch auf gar keinen Fall vorenthalten: Ich habe einen neuen Welpen! Frode heißt er und ist ebenfalls ein ganz süßer. Er ist der Bruder von Bjarne und Mini und war eigentlich schon so gut wie verkauft, aber der Käufer hatte noch nicht bezahlt und als er sich dann entscheiden sollte wollte er Frude wohl doch nicht mehr. Also muss ich wohl erstmal wieder mit ihm kuscheln! :) Fotos folgen bestimmt ganz bald, aber heute ist der Kleine noch zu aufgekratzt :D

Achso, ich habe jetzt außerdem noch zwei Ausflüge gebucht: Über Ostern werde ich 5 Tage in Bergen sein (Gründonnerstag ist hier auch ein gesetzlicher Feiertag :p) und am Ende meines Norwegen-Aufenthalts im April kommen Anne und Doris, zwei Freundinnen aus Hannover, zu Besuch und wir machen gemeinsam für 5 Tage Oslo unsicher! :) Darauf freue ich mich schon total.

Soo, jetzt habe ich aber wirklich genug geschrieben. Hinterlasst doch gerne mal einen Kommentar, darüber freue ich mich immer ganz besonders und dann weiß ich, dass auch wirklich jemand das hier liest :)

Ha det bra,
Julia

Fazit nach der ersten Woche

Sonntag, 11.03.2018

God kveld ihr Lieben,

Nun neigt sich langsam die erste (ganze) Woche dem Ende zu. Zeit, euch einen kleinen Zwischenstand zu geben :)

Meine Woche
Nun, in erster Linie war ich natürlich mit meinem Praktikum beschäftigt ;) Außerdem hat mich der kleine Bjarne viel auf Trab gehalten, was mir aber sehr gut gefällt. Gestern hatte ich ihn den Tag über nicht, da ich in der Stadt war, und schon hat er mir gefehlt O:) Daneben habe ich meinen "Haushalt" gemacht und in meinem Buch "Gebrauchsanweisung für Norwegen" gelesen, das sehr lehrreich und teilweise auch sehr witzig ist. 
Gebrauchsanweisung für Norwegen

Mein Wochenende
Am Freitagabend war ich bei Bernt und seiner Frau zum Pizza essen eingeladen. Ingri (die übrigens Bernts Tochter ist) und Felix waren ebenfalls dort. Wir haben richtig lecker selbstgemachte Pizza gegessen, Wein getrunken und einige sehr unterhaltsame Geschichten ausgetauscht. Es war ein sehr netter Abend und es hat mich gefreut, alle etwas näher kennen zu lernen.
Am Samstag bin ich dann mit dem Bus ins Zentrum von Haugesund gefahren. Das ist hier mit dem Bus total einfach, denn wir haben eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus und man zahlt für die Fahrt in einem bestimmten Umkreis immer 10 Kronen (ca. 1,00 €) und kann dann aussteigen wo man will. Daher musste ich dem Busfahrer zum Glück nicht groß was auf Norwegisch erklären :D Haugesund ist etwa so groß wie Cloppenburg und im Zentrum auch ähnlich aufgebaut, es gibt im Prinzip eine Straße als Fußgängerzone an der viele kleine Geschäfte sind. Natürlich gibt es in den Seitenstraßen auch Geschäfte, aber das meiste spielt sich (soweit ich das bisher beurteilen kann) in dieser Fußgängerzone ab. Außerdem war ich noch in einem kleinen Einkaufszentrum, Markedet, da gab es auch einige sehr schöne Geschäfte. Unter anderem eine Filiale von Søstrene Grene, einen Laden in den ich mich in Hannover schon verliebt habe :) Gekauft habe ich aber bis auf ein bisschen Schokolade erstmal nichts, ich fürchte ich muss mich etwas am Riemen reißen, wenn ich noch 7 Wochen in Norwegen bleiben will :D Da das Wetter sehr schön war habe ich die Sonne genutzt, um von der Risøybroa, einer Brücke in Haugesund, schöne Fotos zu machen. Leider habe ich meine Spiegelreflexkamera nicht mit in die Stadt genommen, das werde ich aber auf jeden Fall noch nachholen! Dann gibt es hoffentlich noch bessere Fotos :)
Heute habe ich meinen zweiten Schrank aufgebaut und endlich meine Klamotten einsortiert, sodass ich jetzt nicht mehr aus dem Koffer wohne und richtig "eingezogen" bin. Gestern habe ich auch meine Vorräte nochmal ein bisschen aufgefüllt, sodass ich hier jetzt erstmal alles notwendige habe und mich langsam richtig wohl fühle :) Ich habe mein Zimmer auch ein bisschen umgestellt und geputzt und es mir ein bisschen gemütlicher gemacht. Mir gefällts, und ich glaube Bjarne auch :) Eigentlich wollte ich dann heute noch fleißig Norwegisch lernen, aber dann ist Bjarne auf meinem Schoß eingeschlafen und das hat mich so müde gemacht, dass ich mich doch für ein Nickerchen entschieden habe O:)

Bunte Häuser in Haugesund Auf der Brücke mit Blick über Haugesund Haugesund Norwegische Süßigkeiten. Ganz lecker :) Aber teuer :D Nickerchen mit Bjarne

Die Highlights
Die Highlights meiner Arbeitswoche waren sicherlich zum einen der Schwan, den wir zum Röntgen in der Klinik hatten, da ich noch nie einen Schwan beim Tierarzt gesehen hatte :D Er hatte einen gebrochenen Flügel, der zunächst konventionell (also durch Schienen, nicht mittels OP) versorgt werden soll. Das Problem bei Knochenbrüchen bei Vögeln ist, dass die Knochenstruktur anders ist als bei den meisten Säugetieren, sie haben nämlich sehr leichte und brüchige Knochen, damit sie überhaupt fliegen können. Daher ist es aber sehr schwer, die Knochen zu repositionieren und in der richtigen Stellung zu fixieren.
Das zweite Highlight für mich war wahrscheinlich die Wundversorgung, die ich durchgeführt habe. Alfa und Lille My, die Mutter und Oma von Bjarne, haben sich etwas in die Wolle bekommen und sich gebissen. Dabei hat Lille My eine kleine Hautwunde abbekommen, die ich nach Bernts Anweisung nähen sollte. Da war ich natürlich schon erstmal ein bisschen aufgeregt, weil ich sowas ja noch nie alleine gemacht hatte. Mit ein paar Tipps von Bernt und Marianne habe ich Lille My dann in eine kurze Injektionsnarkose gelegt, den Bereich der Wunde noch lokal betäubt und dann gesäubert und anschließend mit drei Stichen vernäht. Ich war natürlich stolz wie Oskar über meine erste kleine "OP", die ich alleine durchgeführt habe :)

Das Highlight meines Wochenendes war der Ausflug ins Zentrum von Haugesund. Auch wenn ich nur ein paar Stunden da war fand ich es toll, einfach ein bisschen am Wasser entlangzugehen und durch die verschiedenen Geschäfte zu stöbern. Außerdem finde ich es immer wieder abenteuerlich, im Ausland den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, auch wenn ich finde, dass es in den meisten anderen Ländern wesentlich einfach (und günstiger!) ist als in Deutschland.

Ein Schwan in der Klinik! Röntgenbild - Diagnose: gebrochener Flügel :( Mein Patient - Lille My

Ein erstes Fazit
Wie bereits erwähnt fühle ich mich jetzt in meinem Zimmer richtig wohl :) Auch mit dem Team hier verstehe ich mich sehr gut, alle sind super nett zu mir und bemühen sich sehr, mir etwas zu erklären oder sich mit mir zu unterhalten. Haugesund ist eine schöne Stadt und ich freue mich schon darauf, noch mehr von der Umgebung zu erkunden. Einzig mit der Sprache komme ich noch nicht so gut zurecht, aber das war auch nach einer Woche nicht zu erwarten. Einige Dinge verstehe ich allerdings schon und ich denke mit der Zeit wird es noch besser.
Fazit also: Ich fühle mich hier sehr wohl und bin sehr froh, dass ich diese Chance genutzt habe und in Norwegen bin! :)

God natt,
Julia

Die Arbeit ruft!

Mittwoch, 07.03.2018

Wie ihr ja wisst, bin ich nicht einfach nur zum Spaß im Norwegen. Ich bin ja hier, um was zu lernen, und zwar in meinem Praktikum im Karmsund Dyrehospital.

Das Dyrehospital
Das Karmsund Dyrehospital ist eine Kleintierklinik in Haugesund mit 4 Tierärzten, einer Tierphysiotherapeutin und einigen Tierpflegerinnen bzw. Assistentinnen (die werden hier nicht "Tierarzthelferinnen" genannt, da sich die Ausbildung hier grundlegend unterscheidet). Die Klinik verfügt über teilweise sehr moderne diagnostische Gerätschaften, darunter ein CT, MRT, digitales Röntgen, Endoskopie und ein sehr gut ausgestattetes Labor. Da es eine Überweisungsklinik ist kommen viele "speziellere" Fälle aus dem gesamten Umkreis, aber auch die alltäglichen Dinge wie Impfungen und Kastrationen werden hier durchgeführt.
Mit zum "Inventar" gehören übrigens die 4 Foxterrier der Klinik (Lille My, Alfa, Bjarne und Mini) und eine Klinikkatze.

Meine Aufgaben
Da ich erst die ersten 2,5 Tage hier bin muss ich mich natürlich auch erstmal eingewöhnen. Ich versuche so gut es geht bei Untersuchungen zu helfen oder schaue mir OPs an. Impfungen oder Blutabnahmen übernehme ich auch schon mal. Außerdem wurde mir gleich am ersten Abend aufgetragen, abends vor dem Schlafengehen nochmal nach den stationären Tieren zu schauen, da ich ja schließlich in der Klinik wohne :D

Kuscheln mit Mini (Bjarnes Schwester) - auch Teil des Jobs :)

Wie unterscheidet sich die Arbeit dort von der Arbeit in Deutschland?
Ich habe natürlich noch nicht so viel Vergleichsmöglichkeiten, da ich bis auf mein Praktikum in der Kleintierklinik in Steinfeld noch nicht viele Kliniken oder Praxen gesehen habe. Was mir aber gleich am ersten Tag aufgefallen ist: Die Tierärzte machen sehr viel Arbeit ganz allein. Während ich es von meinem ersten Praktikum gewohnt war, dass eigentlich bei fast jeder Untersuchung und jeder OP eine Tierarzthelferin mit dabei war und auch z.B. die Vorbereitung für die OPs (Rasieren, waschen, lagern, desinfizieren, Instrumente bereitlegen, etc.) größtenteils von der Helferin erledigt wurde, sind hier die Tierärzte die meiste Zeit allein oder lassen sich gelegentlich von einem anderen Tierarzt (oder jetzt mir) helfen. Die Helferinnen sind tatsächlich eher mit organisatorischen Dingen beschäftigt oder kümmern sich um stationäre Tiere. 

Die größte Schwierigkeit
... ist die Sprache. Das war mir natürlich vorher bewusst, aber es ist schon etwas verwirrend manchmal, wenn man so gar kein Wort versteht. Allerdings sind hier alle sehr bemüht, mich trotzdem so gut es geht einzubeziehen und mir alles auf Englisch oder Deutsch zu erklären. Und zum Glück sind vor allem viele Fachbegriffe ähnlich oder sogar gleich, sodass ich meistens zumindest trotzdem verstehe, was das Problem mit den Patienten ist. Und das ein oder andere norwegische Wort verstehe ich mittlerweile auch :) Das wohl wichtigste Wort, das ich bisher gelernt habe, ist "flink", was so viel heißt wie "brav", was natürlich jeeeedes Tier in der Klinik ist :D. Så flink! Der wichtigste Satz hingegen ist wohl "Jeg snakker ikke norsk" was "Ich spreche kein Norwegisch" heißt. Mich quatschen nämlich die Patientenbesitzer immer alle voll und ich gucke dann nur doof :D Ich hoffe aber, dass sich das über die Zeit noch etwas bessert.

Mein Feierabend
Nach Feierabend hört die Arbeit mit den Tieren bei mir nicht auf, denn ich habe einen Zimmergefährten! Der kleine Bjarne ist ein Foxterrier-Welpe aus dem letzten Wurf der Hündin meines Chefs Bernt. Und da ich sonst abends ziemlich einsam in der großen Klinik wäre hat man mir angeboten, den Kleinen für die Dauer meines Aufenthalts bei mir zu halten. Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen! <3 Der Kleine ist nicht immer "flink" und hält mich ganz schön auf Trab (meine neuen Hausschuhe mussten schon dran glauben und geich am ersten Abend hat er auf mein Kopfkissen gepinkelt :D) aber er ist zuckersüß und wirklich eine tolle Gesellschaft :) Ansonsten verbringe ich den Feierabend mit Duschen, Abendessen, Netflix und ggf. ein bisschen was nachlesen oder Norwegisch lernen, aber meistens bin ich zu müde :D

Der kleine Bjarne :) Feierabend!

Mein Zimmer
Da ich jetzt schon von vielen gefragt wurde, wo ich eigentlich genau untergebracht bin, will ich das hier auch kurz erklären und Bilder zeigen :) Also ich habe ein eigenes Zimmer mit Schlaf-, Wohn- und Küchenbereich direkt in der Klinik und dazu ein kleines Badezimmer mit Dusche. Außerdem kann ich die Waschmaschinen und Geräte wie Kaffeemaschine, Mikrowelle etc. der Klinik benutzen :)

Mein Zimmer :)

So viel von heute, mehr folgt am Wochenende!

Ha det bra,
Julia

Teilzeitheimat: Haugesund

Sonntag, 04.03.2018

Soo, heute möchte ich euch kurz über meine "Teilzeitheimat" Haugesund berichten und euch auch die ersten Fotos zeigen.

Eine kleine Radtour
Ich war nämlich heute mit dem Fahrrad ein bisschen unterwegs (der ein oder andere wird es kaum glauben!) und habe mich erstmal ein bisschen in der Gegend orientiert. Zunächst bin ich von Felix' und Ingris Haus aus ans Wasser gefahren. Hier möchte ich gleich mal betonen, dass die Gegend hier durchaus etwas Steigung ung Gefälle zu bieten hat, was mich teilweise echt aus der Puste gebracht hat :D

Der Karmsund ist eine Meeresstraße zwischen Haugesund auf dem Festland und der Insel Karmøy, auf welcher auch der Flughafen liegt. Verbunden sind die Insel und das Festland über die Karmsundbrücke (Karmsundbrua), die wir also auch bei der Fahrt vom Flughafen aus überquert haben. Übrigens hat Norwegen vom Karmsund auch seinen Namen, dieser wird nämlich auch "Nordvegen", also "Nordweg" genannt.

Ich bin also mit dem Rad an einen kleinen Bootsanleger gefahren, von wo aus ich einen tollen Blick auf den Karmsund und die Brücke hatte:

Die Karmsundbrücke

Was mich außerdem total beeindruckt hat, war die Stille. Es gab weit und breit nichts zu hören, sodass ich mich alleine durch das Geräusch meiner Atmung schon fast wie ein Eindringling gefühlt habe. Nur ganz leise konnte man teilweise hören, wie das Wasser gegen den Bootsanleger schwappte.

Nachdem ich die Stille und den Ausblick eine Weile genossen hatte und mir langsam kalt wurde (man bedenke, dass ich immer noch kofferlos bin und dementsprechend nur eine dünne Jogginghose trug), macht ich mich wieder auf den Weg. Ich fuhr dann zur Orientierung noch beim Karmsund Dyrehospital vorbei, wo ich ja morgen mein Praktikum antreten werde. Da ich dort auch ab heute Abend wohnen werde, habe ich mir außerdem kurz die Gegend angesehen und schon einmal den nächsten Supermarkt ausgekundschaftet. Zum Glück ist dieser nicht weit weg und gut zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen :) Von dort aus habe ich mich dann aber auch schon zügig auf den Rückweg gemacht, denn langsam wurde es echt kalt :D

Was gibt es sonst bisher über Haugesund zu sagen?
Es ist grau.
Also, der Himmel ist grau. Meistens. Heute morgen beim Frühstück sagte Ingri "Es ist so schönes Wetter heute." Ich schaute daraufhin stirnrunzelnd aus dem Fenster, denn für mich sah es auf den ersten Blick kein bisschen schöner aus als gestern. Der Himmel war bewölkt und grau. Erst als ich dann etwas genauer hinsah, sah ich, dass tatsächlich die Sonne ein klein bisschen durch die Wolken kam und es ein bisschen heller war als gestern. Hier in Haugesund ist der Himmel wohl häufig grau, aber dafür regnet es nur sehr selten. 

Es ist gar nicht so kalt, wie ich dachte.
Nun ja, es ist kalt. Für mich. Ich bin aber auch bekanntermaßen eine Frostbeule. Aber schon auf dem Weg vom Flughafen erzählte mir Felix, dass es zur Zeit eine richtige Kältewelle gibt und mit -18°C schon beinahe ein Rekordtief erreicht wurde. Aufgrund des Golfstroms wird es an der Westküste nämlich normalerweise nicht so kalt und es friert sogar nur sehr selten. Schnee ist hier ein richtiges Highlight, dass man nur selten zu sehen bekommt. Soll mir Recht sein :D

Es fahren riesige Schiffe mitten durch die Stadt.
Okay, es sieht natürlich nur so aus. Aber ich habe schon nicht schlecht gestaunt, als ich gestern Mittag am Tisch saß und den Blick nach draußen schweifen ließ und plötzlich ein riesiges (Kreuzfahrt-?) Schiff mitten durch die Stadt fuhr. Es fuhr natürlich über den Karmsund, aber das Wasser sieht man vom Fenster aus nicht direkt und dahinter kann man direkt anschließend die Insel Karmøy sehen, sodass die Illusion entstand, das Schiff fahre durch das Festland.

Ich verstehe kein Wort.
Nun, wie bereits erwähnt, habe ich das Norwegisch-Lernen leider auch wirklich schleifen lassen. Aber wenn ich Leute sprechen höre, habe ich das Gefühl, ich hätte noch nie auch nur ein einziges Wort in dieser Sprache gehört. Allerdings wird hier auch, wie fast überall in Norwegen, ein regionaler Dialekt gesprochen. Ich bin sehr gespannt, wie ich damit in meinem Praktikum zurechtkomme. Zum Glück sprechen aber mindestens 3 der 4 Tierärzte in der Klinik Deutsch :D

Nun gibt es zum Abschluss noch ein paar Fotos und dann mache ich glaube ich ein kleines Nickerchen, während ich darauf warte, dass meine Koffer endlich ankommen :D

Ankunft am Osloer Flughafen

 

Ha det bra,
Julia

Let's go north!

Samstag, 03.03.2018

Hallo ihr Lieben!

Ich weiß, ihr habt lange nichts von mir gehört. Doch nun hat es mich in ein neues Abenteuer verschlagen, das ich euch nicht vorenthalten will! Und dieses Mal heißt es:

AB NACH NORWEGEN!

Warum?
Im Rahmen meines Praktischen Jahres im Studium der Tiermedizin muss ich verschiedene Praktika absolvieren, unter anderem mindestens 12 Wochen in einer "kurativen Praxis", also einer Tierarztpraxis oder Klinik. Einen Teil davon habe ich bereits absolviert, den zweiten Teil absolviere ich nun für 6 Wochen in einer Kleintierklinik in Norwegen. Den Kontakt habe ich über einen befreundeten Tierarzt meiner Familie hergestellt (Vielen Dank dafür auch an dieser Stelle, Ewald! :-) ) 

Nun bin ich also gestern in Hamburg in den Flieger gestiegen um von dort über Oslo anschließend in meine Heimat für die nächsten 6 Wochen zu fliegen: Haugesund. Haugesund ist eine Stadt in etwa so groß wie Cloppenburg und liegt an der Südwestküste Norwegens, etwa auf der Höhe Oslos, zwischen Bergen und Stavanger. 

"Ach, Ihr Gepäck ist dann noch in Oslo..."
Soweit so gut, die Fahrt nach Hamburg verlief problem- und fast staulos, auch der Flug nach Oslo und der Weiterflug nach Haugesund liefen unproblematisch. In Haugesund dann allerdings die erste Hürde: Nach etwa 5 Minuten hatten alle anderen Fluggäste ihr Gepäck abgeholt und ich stand mutterseelenallein am Gepäckband, das schließlich stehen blieb. Ohne meine Koffer. Hilflos sah ich mich um und entdeckte zum Glück eine Flughafenmitarbeiterin, die zu meinem Glück auch noch Englisch sprach (trotz meiner anfangs großen Motivation, Norwegisch zu lernen, bin ich damit leider bislang noch nicht sehr weit gekommen). Ich erzählte ihr also, dass ich in Hamburg ins Flugzeug gestiegen und über Oslo hergekommen war und fragte sie, wo denn mein Gepäck wohl sei. Sie fragte mich daraufhin, ob ich denn mein Gepäck in Oslo durchgecheckt hätte. Wie bitte? Ich erzählte ihr, dass ich extra noch am Schalter in Hamburg nachgefragt hatte, ob mein Gepäck automatisch durchgecheckt wird, was mir dort mit einem klaren "Ja" beantwortet wurde. Nun, Pustekuchen. Die Dame sagte mir, da ich das nicht getan hatte sei mein Gepäck vermutlich noch in Oslo. Yay! Also einen Antrag ausgefüllt und hoffen, dass das Gepäck so bald wie möglich in Haugesund ankommt. (Mittlerweile habe ich die Info bekommen, dass mein Gepäck wohl erst morgen Abend ankommen wird. Aber immerhin ist es in Oslo aufgetaucht.) 

Meine Unterkunft für die ersten Tage
Nun denn. Ich wurde dann von Felix vom Flughafen abgeholt. Felix, ein deutschstämmiger Tierarzt und seine Verlobte Ingri arbeiten beide in der Klinik, in der ich mein Praktikum absolviere (Karmsund Dyrehospital), und haben mich netterweise auch für die ersten Tage bei sich aufgenommen. Hier wohne ich also erstmal die ersten Tage mit den beiden und ihren beiden Hunden, einer alten Foxterrier-Dame und ihrer Enkelin. Anschließend bekomme ich ein kleines Zimmer direkt in der Klinik, ich kann also dann vom Bett direkt zur Arbeit gehen :-p

Der erste Eindruck
Mein erster Eindruck von Norwegen ist noch etwas verschwommen. Zunächst einmal war ich vom Flugzeug aus schon etwas überwältigt von der Menge an "Gegend", wie man bei uns ja so schön sagt. Auf dem Flug von Oslo nach Haugesund abends im Dunkeln hatte ich den Eindruck, wir würden über Wasser fliegen, da es unter uns fast überall dunkel war. Dabei sind wir die ganze Zeit über Land geflogen und die schwarze Fläche war Wald. Wald, wohin man sah. Hier und da mal ein paar Lichter von einer Stadt oder einem Dorf. Fairerweise muss man sagen, dass nebem dem Schwarz vom Wald auch viel Weiß vorhanden war - Schnee. Teilweise fielen mir breite weiße Streifen mit oranger Beleuchtung in den Wäldern auf: Ich vermute Skilifte.

Mein erster Eindruck von Norwegen war also vor allem: schwarzweiß. Und das zeigte sich nicht nur im Dunkeln, sondern auch schon beim Anflug auf den Osloer Flughafen, zu dem Zeitpunkt war es ja noch hell. Doch auch an dem Licht war etwas anders: Man konnte am Horizont immer einen blauen Schimmer beobachten. Irgendwie ist das Licht in Norwegen hier anders. Blauer. 

Heute war es außerdem ziemlich grau den Tag über, sodass der Eindruck sich auch noch etwas hält. Aber aus meinem Fenster kann ich auch einige, für Norwegen typische rote Hütten sehen. Bilder werden folgen, sobald ich meine Koffer wieder habe :D (Edit: Habe meine Koffer, also auch die versprochenen Bilder eingefügt)

Typisches norwegisches Haus Der Blick vom Balkon Die kleine Mini.

Der erste Tag
Den heutigen Tag habe ich recht ruhig verbracht, ich war mit Felix und Ingri einkaufen und habe ansonsten ein wenig mit den Hunden gekuschelt. Außerdem hat Felix mir schonmal die Klinik gezeigt, wo ich auch Bernt, den Inhaber, kurz getroffen und kennengelernt habe. Ich muss mit der ganzen Situation hier erstmal noch etwas warm werden, aber ich denke das kommt noch. Ich bin aber auch schon sehr gespannt auf die Arbeit am Montag und freue mich auf neue Eindrücke und Erfahrungen.

Das soll für heute erstmal reichen, ich berichte dann die nächsten Tage mehr :)

Ha det bra,
Julia