Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas (und anderen schönen Orten).

Berichte von 03/2013

Unter dem Meer – Eindrücke aus Panama.

Sonntag, 31.03.2013

So. Ich habe wieder Internet. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um euch mal wieder etwas von meinem Abenteuer zu berichten (:

Diese Woche waren Franzi, Isa und Ich von Montag bis Freitag in Panama. Eigentlich war nur eine dreitägige Reise zwecks Visumsverlängerung geplant, aber das hat sich dann alles anders ergeben.

Visumsverlängerung
Erst einmal zur Erklärung: Als deutscher Staatsbürger bekommt man in Costa Rica ein 90-tägiges Touristenvisum, auch für Freiwilligenarbeit etc. Will man also länger als diese 90 Tage im Land bleiben, so wie ich und viele andere hier auch, muss man sein Visum erneuern. Dies geschieht, indem man das Land mindestens 72 Stunden verlässt. Mir wurde sogar erzählt, dass selbst viele Deutsche, die mittlerweile hier leben und arbeiten, das Land alle drei Monate verlassen müssen, solange sie nicht mit einem costa-ricanischen Staatsbürger verheiratet sind oder costa-ricanische Kinder bekommen. Dementsprechend gibt es also viele Leute, die regelmäßig nach Panama fahren, da dies das einzige angrenzende Land ist, bei dem man bei der Wiedereinreise nach Costa Rica keine Gelbfieberimpfung vorweisen muss. Aufgrund dessen gibt es auch viele Reiseagenturen hier vor Ort, die eine kostengünstige Überfahrt (20-30 Dollar) nach Panama, Bocas del Toro, anbieten.

Grenze in Panama

Bocas del Toro
Bocas del Toro ist eine Inselgruppe an der Karibikküste, ziemlich direkt hinter der Grenze. Wir hatten also nur eine recht kurze Fahrt (Fahrtzeit ca. 2,5 Stunden), da wir ja hier in Puerto Viejo auch schon sehr nah an der panamanischen Grenze sind. Was dabei aber noch viel länger gedauert hat, waren Ein- und Ausreise an der Grenze.

Der Grenzübergang und unsere Unterkunft
Für die Ausreise aus Costa Rica mussten wir uns erst einmal in eine lange Schlange einreihen und warten. Eine Stunde. Direkt in der prallen Mittagssonne -.- Vorne am Schalter angekommen mussten wir dann einen Zettel mit unseren persönlichen Daten usw. ausfüllen und haben einen Ausreisestempel in unseren Reisepass bekommen. Dann kam das abenteuerliche: Es ist (zumindest an diesem Grenzübergang in Sixaola) nicht erlaubt, mit einem Auto oder anderem Gefährt nach Panama überzusetzen, die einzige Möglichkeit ist das Überqueren einer Brücke zu Fuß. Einer Brücke mit vielen Löchern drin, möchte ich hinzufügen.

Die Grenzbrücke. Wir auf der Grenzbrücke.

Auf der anderen Seite angekommen, hieß es wieder: Warten. Nochmal über eine Stunde in der Hitze. Dann haben wir endlich unseren Stempel bekommen, mussten drei Dollar Einreisegebühr bezahlen und konnten mit dem Shuttlebus weiterfahren. Der hat uns dann in Panama bis zur Küste gebracht, von wo aus wir mit dem Wassertaxi (Hui, war das schnell!) nach Bocas del Toro zur Hauptinsel Colon gefahren sind. Dort haben wir uns dann im Hostel Heike niedergelassen. Das Hostel war sehr einfach eingerichtet, aber es war ganz in der Nähe unserer Tauchschule (dazu gleich mehr) und es gab jeden Morgen gratis Pancakes mit Banane und Schokolade (:

Rasante Fahrt im Wassertaxi :D Wasser sparen im Hostel Heike.

Nach einer kurzen Orientierung in „Bocas Town“ haben wir dann unsere Tauchschule gefunden. Dort haben wir die letzten Infos zu unseren Tauchstunden bekommen und außerdem ein Lehrbuch, aus dem wir die ersten zwei Kapitel (ca. 110 Seiten!) zum nächsten Tag lesen sollten. Juhu. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt :D

Jules lernt Tauchen
Am nächsten Morgen ging es dann voller Vorfreude zur ersten Tauchstunde. Mehr oder weniger. Vor Ort wurde uns dann nämlich erzählt, dass wir den ersten Tag nur Theorieunterricht machen würden. Ergo: Knapp vier Stunden Videos gucken (mit dem gleichen Inhalt wie unser Lehrbuch, das wir den ganzen Abend krampfhaft gelesen haben -.-), danach Tests schreiben und mit Chombo, unserem Tauchlehrer, den Stoff noch einmal durchgehen. War zwar alles sehr anstrengend, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht und war wirklich interessant. Etwas, was ich im Video gelernt habe, ist der Nutzen, den Tauchen hat: Leute treffen, Orte besuchen, Dinge tun. Ja, im Ernst. Dinge tun. Wurde so im Video gesagt :D

Am zweiten Tag aber dann: Der erste Tauchgang. Zunächst haben wir gelernt, wie man die Geräte usw. richtig vorbereitet und zusammenbaut. Anschließend haben wir einige Übungen an der Wasseroberfläche gemacht, die anstrengender waren als gedacht. Danach stand das erste „Confined Water Training“ an, also Übungen im niedrigen Wasser. Da ich bzw. meine Lunge im ersten Moment total überfordert war, mit so einem Atemgerät zu atmen, habe ich erstmal eine Pause gemacht und Franzi hat die Übungen und den ersten Tauchgang alleine gemacht (Franzi war vorher schon einmal tauchen). Im Anschluss musste ich dann nochmal ran, und siehe da: Mit ein bisschen Entspannung und Ruhe hat es dann auch geklappt! (: Der erste Open Water Dive (also der erste richtige Tauchgang auf 12 m Tiefe) war absolut beeindruckend! Ich habe Seesterne gesehen, komische kleine Krabbelviecher die blau leuchteten auf meiner Hand krabbeln lassen und viele bunte, große und kleine Fische beobachtet. Und das alles, während ich unter Wasser geatmet habe! Das ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl, das ich nie vergessen werde. Und es ist wirklich so, wie man es in Videos sieht. Ich habe mich total gewundert, dass die Fische gar nicht so erschrocken wegschwimmen, wie man das ja von Seen oder Flüssen an der Oberfläche gewohnt ist. Scheinbar fühlen die sich in ihrer „eigenen Welt“ tief unter der Oberfläche viel sicherer. Einige Tiere sind sogar von sich aus auf uns zugekommen und haben uns neugierig beobachtet oder angestupst. WAHNSINN! Ich kann jedem nur empfehlen, wenigstens einmal in seinem Leben tauchen zu gehen.

Im Kurs haben wir dann noch weitere Tauchgänge und Übungen gemacht wie z.B. Maske abnehmen und anschließend vom Wasser befreien, vom zweiten Atemgerät des „Buddys“ (also Tauchpartners) atmen, schwerelos im Wasser schweben um den Grund nicht zu berühren, unter Wasser die Ausrüstung abnehmen etc. pp. Am allerbesten haben mir aber natürlich die Open Water Dives gefallen (: Ich kann immer noch nicht wirklich in Worte fassen, wie genial das war. Einfach krass. <3
Zum Abschluss mussten wir dann noch einen Abschlusstest schreiben, der ziemlich einfach war. Und seitdem bin ich offiziell ein PADI Open Water Diver!! (: Ich bin stolz wie Oskar und unglaublich froh, dass ich diese Chance genutzt habe. Wen es interessiert: Der Kurs hat in Panama für drei Tage 225 $ gekostet, was ca. 150 € sind. So günstig bekommt man das Zertifikat glaube ich sehr selten.

YAY! Vor dem Tauchen - alles okay! Ich, unser Tauchlehrer Chombo und Franzi :) Ein RIIIESEN Seestern   Seepferdchen <3

Bocas Beach
Da Franzi und ich von Dienstag bis Donnerstag jeden Tag ca. 10 Stunden in der Tauchschule waren, haben wir allerdings leider nicht so viel vom Rest der Insel bzw. Inselgruppe gesehen. Aber wir haben viele leckere Restaurants ausprobiert (naja, manchmal sind wir auch auf die Nase gefallen) und dabei KEINEN REIS gegessen!  YAAAY! (:
Isa jedoch hat den Tauchkurs nicht gemacht und deshalb viel Zeit am schönen Strand verbracht ;)

Strand Bocas Strand Bocas Strand Bocas

Was kann ich sonst von Panama erzählen?
Unsere Insel war sehr auf Tourismus ausgelegt, es gab viele Hostels und Restaurants. Zu Ostern machen viele (junge) Leute dort (Party-) Urlaub, weshalb es sehr voll war. Es gab viele Souvenirs- und Ramschläden. Die Pizza dort war nicht gut. Die Hamburger dafür umso besser ;) Man sieht überall Seesterne im Wasser. Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Man wird von allen Leuten auf der Straße gegrüßt, was gewöhnungsbedürftig, aber meistens wirklich nur nett gemeint ist. Das (in Falschen abgefüllte) Wasser ist sehr süß. Das Meer ist sehr salzig. Im Wassertaxi kann es sehr kalt werden. Oh wie schön ist Panama. (:

Und damit: Hasta Luego! Muchos Besos :-*

eure Jules

Achja, und Frohe Ostern! Hier ist Ostern übrigens das größte Fest des Jahres (Semana Santa = Heilige Woche). In den Städten gibt es viele Prozessionen und Gottesdienste, hier bei uns allerdings versammeln sich zurzeit eher die jungen Leute zum Feiern :p

Abschließend noch ein paar andere Fotos aus den vergangenen Tagen:

Chipi! Chillin' Chipi. ToniNO! Unser Strand. Muss sein. :D Schön? Unser neues Haustier. MINI-Kätzchen! Hilfe?

Hello again :)

Dienstag, 19.03.2013

Ein bisschen Heimat
Grmbl.. Rmbl.. Mmmpf…Omp. Hmm.. Entschuldigung, esse gerade Nutella-Brot. Kann man sich bei ca. 5 Euro für ein kleines Glas wohl mal gönnen :D Den Eiskaffee dazu gibt’s aber zum Glück gratis (:

Der Stand der Dinge
Ich sitze gerade bei uns in der Küche. Isa liegt auf dem Sofa und guckt „Los Simpsons“ (hier gibt es viele Sendungen auf Englisch mit Spanischem Untertitel). Wir beiden sind im Moment allein, weil Merle heute nach San Jose abgefahren ist und Franzi für eine Woche bei einer Freundin im Projekt ist. Auch unser „Vermieter“ Leonardo ist zur Zeit nicht da, weil er geschäftlich nach Miami musste. Wir wissen jetzt auch gar nicht, an wen wir uns wenden sollen, wenn was ist oder wir zum Beispiel mal wieder kein Wasser haben.. Aber wir drücken einfach die Daumen dass nichts passiert. Zum Glück kommt unsere Köchin aber noch :D
So langsam fangen hier einige Sachen an zu Schimmeln (Reisepässe zum Beispiel; wegen der hohen Luftfeuchtigkeit). Bislang aber zum Glück nur einige Sachen, die man gut mit etwas Essig wieder sauber bekommen konnte. Warten wir weiter ab was kommt ;)
Ich habs auch endlich geschafft, mir den Pony zu schneiden. Mit einer Nagelschere :D Ist aber glaube ich ganz gut geworden :p

Die Arbeit im Center - eine Zusammenfassung
Ich wollte euch ja immer noch mal die Arbeit im Center vorstellen. Zwar habe ich schon erzählt, was ich an meinem ersten Tag gemacht habe, aber ich möchte euch gerne erzählen, was noch so alles dazu gehört.
Unsere Arbeit beginnt morgens um 7.30 Uhr. Es gibt einen Plan, auf dem steht, wer für welche Arbeit eingeteilt ist. Da um 9.30 Uhr die erste Touristenführung beginnt, muss bis dahin alles vorbereitet sein. Das heißt: Alle Käfige und das Gelände müssen gereinigt werden, alle Scheiben geputzt, die Wege geharkt, die Terrasse gefegt, Frühstück für die Tiere verteilt und alle Tiere zu ihren jeweiligen Plätzen gebracht werden (z.B. Faultiere in den Slothgarden und große Affen in den Wald). Nebenbei ist dann noch die Laundry (Wäsche) zu erledigen, bei der alle Decken und Putzlappen etc. desinfiziert werden.
Gegen 9.15 Uhr wird dann Stellung bei den Affen und Faultieren etc. eingenommen. Das nennt sich dann „Monkey-„ bzw. „Sloth-Sitting“. Man sitzt bei den Tieren, spielt mit ihnen, füttert sie und passt auf, dass nichts passiert und dass sich die Besucher ordentlich benehmen. Kleinere Faultiere üben dann das Klettern in den Büschen und auch die Eichhörnchen und das Kinkajou wollen beschäftigt werden. Das kann manchmal ganz schön anstrengend werden, ist aber auch die schönste Zeit des Tages (: Nach den Touren, die gegen 13.00 Uhr meistens zu Ende sind, werden die Baby-Affen ebenfalls in den Wald gebracht und alles aufgeräumt. Die Tiere kommen nach und nach zurück in ihre Gehege, der Affenkäfig wird nochmal gründlich gereinigt und alle Tiere bekommen wieder Futter. Nebenbei läuft die Verteilung von Medikamenten für die kranken Tiere. Um 15.00 Uhr werden dann die Affen aus dem Wald geholt, alle übrigen Tiere, die frei im Center herumlaufen, eingefangen und gefüttert, nochmal kontrolliert, ob jeder ausreichend Futter und Wasser hat, und zum Abschluss werden noch die Baby-Affen mit der Flasche gefüttert. Den ganzen Tag nebenbei läuft die Küche, in der Futter zubereitet wird und Teller etc. abgewaschen werden. Außerdem ist immer jemand für das Gardening eingetragen, bei dem Büsche beschnitten, Wege geharkt oder Spinnennetze beseitigt werden. So sieht dann jeder Tag aus, aber zum Glück hat man jeden Tag eine andere Aufgabe. Gegen 15.30 Uhr haben wir dann Feierabend und sind dann auch richtig kaputt :p

Blessuren von der Arbeit
Eigentlich ist hier alles beim Alten, ich arbeite hart und fleißig :p Mittlerweile sieht man mir die Arbeit mit den Tieren auch wirklich an: Meine Beine sind von Moskitos zerstochen, an den Armen habe ich Kratzer von Faultieren und dem Kinkajou und am Hals und Nacken Kratzspuren von Affen. Und die Bissspuren von Nerea (auch einem Affen) nicht zu vergessen. Vor ein paar Tagen war mein Kopf nämlich der Austragungsort für einen Affenkampf -.- Ihr merkt also, ich arbeite mit gefährlichen Tieren :p

Krankenhäuser in der Karibik
Letzten Montag war ich mit Merle im Krankenhaus, weil sie dort zum Arzt musste. Das Krankenhaus sah erstmal gar nicht aus wie ein Krankenhaus. Es gab einen Eingangsraum in dem wartende Leute saßen und wo es auch eine Apotheke gab. Dann ging man weiter zur „Rezeption“, einem Raum in dem man sich anmelden musste. Darauf folgte das „Wartezimmer“, ein Raum mit Holzbänken. Dort bemerkte ich, dass die Wände schmutzig waren und sich Ameisen um ein altes Stück Banane auf dem Boden tümmelten. Nun gut. Nach einiger Zeit wurde Merle dann aufgerufen und ihr wurden Blutdruck etc. gemessen, was wohl scheinbar pauschal bei jedem Patienten gemacht wird. Dann hieß es wieder warten. Daraufhin wurde sie zum Arzt geschickt, dem sie erzählte, was sie hatte. Anschließend musste sie sich bei drei anderen Stellen melden, wo dann einige weitere Tests gemacht wurden und sie die Behandlung bezahlen musste. Zwischendurch: Warten. Später (nach einigem weiteren Warten) wurde ihr noch Blut abgenommen. Als dann alle Tests fertig waren, mussten wir noch einige Zeit warten, bis dann endlich das Ergebnis kam und wir die Medikamente holen konnten. Insgesamt haben wir fünf Stunden im Krankenhaus verbracht. Wohlgemerkt, für einen normalen Arztbesuch. Es war wirklich anstrengend, weil man immer von einer Person zur nächsten geschickt wurde und kaum jemand Englisch sprach und unser Spanisch SO gut nun auch wieder nicht ist :D

Pläne für die kommende Zeit
Nächsten Montag geht es zwecks Visumsverlängerung nach Panama, für 3,5 Tage. Genau gesagt geht es nach Bocas del Toro, eine Inselgruppe. Franzi und ich wollen dort einen dreitägigen Tauchkurs machen. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Zum Glück gibt es viele Agenturen, die Fahrten nach Bocas del Toro direkt vom Hotel etc. aus anbieten. Ist wohl der Standard-Anlaufpunkt für „Visumsverlängerer“.

Die Info für mein zweites Projekt habe ich mittlerweile auch schon bekommen. Es ist eine Schildkrötenstation an der Karibik-Seite, zwischen dem Tortuguero-Nationalpark und der Stadt Limon. Dort bleibe ich dann drei Wochen und rette kleine Baby-Schildkröten (: Danach folgt ja noch mein Papageien-Projekt, da weiß ich aber noch nicht genau, wohin ich komme.

Und das Beste ist: Meine Eltern kommen mich besuchen! Ich freue mich sehr darüber (: Sobald meine Projektarbeit beendet ist, kommen sie her und wir wollen dann ein bisschen zusammen rumreisen (:


So, und nun habe ich erstmal wieder genug geschrieben. Als Belohnung für’s Lesen bekommt ihr nun noch ein paar Bilder ;) Bitte entschuldigt übrigens, wenn ich Bilder wiederholt hochlade, ich verliere bei meinen hunderten von Bildern manchmal den Überblick :D

Ein Boot an einem See an unserem Strand. Misi. Schlafendes Baby-Faultier. Having a slothy time! Ein Pfeilgiftfrosch. Mini-Gecko (ca. 3 cm) Whizzie. Can I please have this? Just hangin' around. Unser Kaiman. Fernando. <3 Beauty Whizzie. Der Weg zu unserem Haus. Tequila nochmal. Stachelschweini. Kuss? <3 Eine Hütte am Strand. Cool? Dante :) Kokosnuss. Puerto Viejo.

Hasta Luego,
eure Jules

Time's flying.

Sonntag, 10.03.2013

Wow, nun bin ich schon vier Wochen hier und damit ist ein Viertel meiner Zeit hier schon um ):

Reis, Reis, Reis...
Mir geht es immer noch richtig gut hier. Das Essen langweilt mich langsam (es gibt eigentlich jeden Tag Reis), aber manchmal gehen wir einfach Essen und da gibt es zum Teil richtig richtig lecker was zwischen dir Zähne :P Zum Beispiel mexikanische Burritos (oder keine Ahnung, halt so ne Art Wraps, aber die heißen ja immer anders, je nachdem wie die gerollt oder gefaltet sind -.-) oder frisch zubereitete Nacho-Chips mit frischer Guacamole ;)
Aber dennoch: Wenn ihr neidisch darauf sein solltet, dass ich nach der Arbeit einfach mal zum Karibischen Strand gehen kann (okay, wäre ich auch :D), dann genießt einfach die gute deutsche (und internationale) Küche. Darauf bin ich nämlich auch echt neidisch ;)

Fortschritte bei der Arbeit
Die Arbeit im Center nimmt weiter ihren Lauf und so langsam fühle ich mich auch gut eingearbeitet. Heute waren fast nur neue Volontäre im Center und niemand da für eine Einweisung und da hatten wir „Älteren“ (seit zwei Wochen da, haha.) schon ziemlich viel Verantwortung. Das ist dann schon mal richtig anstrengend und nervig, aber trotz allem macht mir die Arbeit immer noch tierisch Spaß ;)
Leider gehören aber auch traurige Vorkommnisse zu unserer Arbeit, so ist letzte Woche das Ozelot Brigitte gestorben und vor einigen Tagen ein Baby-Faultier ): Das war wirklich sehr traurig, aber unsere Tierärztin konnte nichts mehr machen :/

Affen-Baby :) Nerea, der frechste Affe den die Welt je gesehen hat :D Wusstet ihr, dass Stachelschweine SO süß sind? Ein wildes Faultier im Center. Unser Sloth-Tower für die Unsere Dante oder Conan. Bin nicht sicher. :D Süß?! <3 Der Sloth-Garden. Meist ein chilliger Job.

Freizeit :)
Mittwoch und Donnerstag hatte ich frei. Am Nachmittag war ich am Strand und hab mir einen Sonnenbrand geholt (obwohl es keine Sonne gab -.-). Mittwochabend haben wir Helenas Abschied gefeiert (unsere Mami <3 ) und waren in einer typischen costaricanischen Bar in Puerto Viejo mit Salsa- und Merengue-Musik.
Donnerstag waren wir dann mit vier Mädels im Nationalpark Cahuita. Zwar hat sich das nicht so sehr gelohnt, weil wir erst um halb 3 da waren und um 4 den Strand schon wieder verlassen mussten, aber der Strand ist wirklich schön. (Wir waren deshalb so spät, weil hier einem jeder immer erzählt, die Busse würden halbstündlich fahren; das ist aber grundsätzlich nie richtig.) Wir machten auch noch Bekanntschaft mit einem Waschbären, der es auf unsere Kekse abgesehen hatte. Süßes Tier (: Und endlich haben wir auch ein paar wilde Affen gesehen, Brüllaffen und Kapuzineräffchen. Mittwochmorgen wurde ich übrigens auch von einem Schwarm Tukane vor unserem Fenster geweckt.

Krasse Ameisen-Straße. Ab durch die Mitte! Ein Fluss. Zum Glück ohne Krokodile. Der freche Waschbär.

Haare kämmen?!
Eine weitere Sache, an die ich mich gewöhnt habe, ist übrigens, sich nicht mehr die Haare zu kämmen. Oder sehr selten. Ob ihr’s glaubt oder nicht! :D Aber es bringt einfach nichts. Zum einen sind die Haare von der Sonne und dem Salzwasser ohnehin extrem trocknen und widerspenstig, zum anderen werden sie jeden Tag von Affen und dergleichen so durchwuselt, dass es sich gar nicht lohnt.


So, ich glaube, es gibt auch bald Essen hier. Ich weiß gerade nicht, ob ich noch etwas wichtiges vergessen habe, aber so viel ist auch in der vergangenen Woche nicht passiert. Falls mir noch was einfällt, melde ich mich wieder. Ein paar Bilder gibt es natürlich auch noch ;) Ansonsten,

Hasta luego!
eure Jules

mit Tieren gearbeitet: Kinkajou (Honigbär), Stachelschweine, Tukane, Spider-Monkeys, Agouti, Eichhörnchen, Rehe, Papageie, Paka
Tiere in der freien Natur gesehen: Brüllaffen, Kapuzineräffchen, Tukane, Libellen

Riesen-Libelle in unserem Haus.


Eine Zusammenfassung

Sonntag, 03.03.2013

Nun bin ich bereits drei Wochen in Costa Rica. Diese Zeit möchte ich einmal kurz Revue passieren lassen ;)

Was habe ich bisher erlebt?
Ich habe eine tolle Gastfamilie kennengelernt und nette Lehrer in der Sprachschule. Ich habe mein Spanisch verbessert. Ich habe lustige Abende und Wochenenden mit neuen Freunden verbracht. Ich war im 25 Grad warmen Karibischen Meer schwimmen. Ich habe Baby-Äffchen mit der Flasche gefüttert und Faultieren das Klettern beigebracht. Ich habe einen Tag ohne fließendes Wasser überlebt (unser Wasser ging plötzlich nicht mehr). Ich habe ein Reh gestreichelt und einen Papageien auf meiner Schulter gefüttert. Ich habe viele Cocktails getrunken. Ich habe mir Affenscheiße von der Schulter gewaschen. Ich habe Reis gegessen. Und Bohnen. Aber hauptsächlich Reis. Mit Bohnen. Ich habe in einem Fluss gebadet, der ziemlich kalt war. Ich habe viel frisches Obst gegessen. (Neben mir liegt eine Mango.) Ich habe einen Schwarm Tukane gesehen (und gehört!). Ich habe mit den anderen Volontären Leonies Abschied gefeiert. Ich war im Kino. Ich habe mit Ticos getanzt (auch Lateinamerikanische Tänze!) und Karaoke gesungen. Ich habe Tiere gefüttert. Ich habe aber auch Fenster geputzt, Wäsche gewaschen, den Hof gefegt, Affenscheiße weggewischt und Gemüse geschnibbelt. Ich habe aber auch mit einem Baby-Faultier geschmust (: (ohne es dabei direkt zu berühren)

Was habe ich bisher gelernt?
Dass Wäsche in der Karibik ohne Trockner nicht trocknet. Dass Mangos in Costa Rica einfach noch viel leckerer sind. Dass Faultiere mega süße Laute von sich geben. Dass Faultiere ein bisschen dumm sind. Dass Affenscheiße tierisch stinkt. Dass man auch Spaß mit Menschen haben kann, die man aufgrund der verschiedenen Sprachen kaum versteht. Dass körperliche Arbeit viel mehr Spaß macht, wenn ein Papagei dabei Lieder singt. Dass körperliche Arbeit Spaß machen kann. Dass Faultiere manchmal anstrengend sind. Dass ich manchmal sehr viel essen kann. Dass man nicht so viel schlickert, wenn man nicht fernsieht, sondern liest. Dass die Farben in Costa Rica scheinbar viel greller sind und leuchten. Altersunterschiede spielen keine Rolle, hier kommen alle gut miteinander klar.

An was habe ich mich gewöhnt?
Daran, dass man ständig schwitzt und sich nie sauber fühlt. Daran, dass mir ein Affe plötzlich auf den Rücken springt oder ein Vogel auf die Schulter fliegt. Daran, dass es kein Wasser mit Kohlensäure gibt. Daran, dass manchmal die Klospülung nicht geht. Daran, dass man manchmal nach Affenscheiße stinkt. Daran, dass Lola (der Papagei) mir hinterherpfeift. An die costaricanische Währung. An die Wärme hier und ans Meeresrauschen. Daran, keinen Föhn zu benutzen. An Reis und Bohnen. An günstiges Taxifahren. An lange Busfahrten.

An was habe ich mich nicht gewöhnt?
An die kalte Dusche. An den Verkehr. Daran, dass das Handtuch vor dem Duschen genau so nass ist wie nach dem Duschen. Dass man angeguckt wird wie ein Tier im Zoo, weil man blond und hellhäutig ist. An Moskitos und Krabbelvieh. Daran, dass Kosmetik- und Hygieneartikel unglaublich teuer sind. Daran, meine Schuhe jeden Morgen zu kontrollieren, ob Spinnen oder Skorpione drin sind.

Was fehlt mir?
Sauce Hollandaise. Warmes Wasser zum Duschen. Othello.Schokolade. Mineralwasser mit Kohlensäure. Nagellack.


So viel fällt mir gerade ein. Ihr seht, man muss sich schon etwas umgewöhnen, aber das klappt eigentlich richtig gut (: Und jetzt bekommt ihr noch ein paar Bilder ;)

Bis demnächst,
eure Jules

Komische Raupen am Baum. Am Strand. In Gedenken an Brigitte (leider vor einigen Tagen gestorben :( ) Das Paka. Nochmal. Es ist schüchtern ;) Wizard, mein Sloth-Sitting Homie <3 Eigentlich ist der echt schön. Nur die schönen Federn sind leider unten. Das Aguti, nachdem ich es wieder eingefangen hatte. Faultier!! Om Nom Nom Hibiskus. <3 Stanley, der Honigbär :) I'm the Bird-Mum!