Pura Vida!

Jules’ Reise zum Mittelpunkt Amerikas.

 
13März
2016

On the Road again!

Nach knapp einer Woche in Panama schaffe ich es jetzt endlich, einen neuen Blogeintrag zu schreiben :) 

Am 7. März ging es von Hamburg über Frankfurt erst einmal knapp 11 Stunden nach Punta Cana, Dominikanische Republik. Von dort aus sollte unser Flieger nach Panama City weiter gehen. Problem: Unser einziger Ausreisenachweis war das Rückflugticket von Costa Rica, das reichte allerdings nicht als Ausreisenachweis aus Panama (obwohl ja eigentlich dann klar ist, dass ich Panama verlasse). Jedenfalls wurde uns knapp eine Stunde vor Abflug gesagt, dass wir einen Bus oder ähnliches nach Costa Rica buchen müssen. Die Internetverbindung war schrecklich und so saßen wir mit ca. 5 anderen Betroffenen am Flughafen und versuchten verzweifelt, im Internet etwas zu finden. Erst nach etwa einer halben Stunde war die Verbindung einigermaßen stabil und mir fiel der Shuttlebus ein, den ich bei meinem letzten Besuch in Panama schon genutzt hatte. Dort gelang es mir dann zum Glück auch, eine Buchung zu tätigen, die dem Flughafenpersonal als Nachweis genügte. Da jedoch ein anderes Mädchen auch Deutschland das gleiche Problem hatte und ihr Handy nicht richtig funktionierte, half ich ihr danach ebenfalls noch bei der Buchung. Fünf Minuten bevor unser Flieger starten sollte gingen wir an Board. Danach war ich erstmal fix und fertig! :D

 

Der erste Tag in Panama City war dann auch nicht viel besser. Es gab einige gesundheitliche Probleme, die wir erst nachmittags in den Griff bekamen. Aber keine Sorge, es geht uns allen gut :) Dementsprechend haben wir am ersten Tag auch nicht viel gemacht. Allerdings konnten wir noch den Pool unseres Hotels auf dem Dach nutzen, von dem aus man über die Dächer von Panama City schauen kann :) 

Am zweiten Tag in Panama City haben wir eine Stadtrundfahrt mit einem Hop On-Hop Off-Bus gemacht. Das hieß, man konnte jederzeit in einen der Busse einsteigen und irgendwo aussteigen, dort Zeit verbringen und mit einem späteren Bus wieder weiter fahren. Wir haben uns die Miraflores Schleusen des Panama Kanals und die Altstadt Casco Viejo angesehen, von wo aus man einen großartigen Blick über die Skyline hat. Die Tour war wirklich interessant, aber auch sehr anstrengend. Die Schleusen waren etwas enttäuschend, da zu der Zeit kein Schiff fuhr und man so nicht viel sehen konnte, insbesondere bei dem teuren Eintrittspreis. Aber ohne Panama-Kanal wollten wir Panama auch nicht verlassen ;) 

Panama City Miraflores Schleusen

 

Genau das taten wir dann aber schon am nächsten Tag. Da ging es mittags mit der in Panama ziemlich neuen Metro zum Busbahnhof und von dort mit dem öffentlichen Bus 7 Stunden nach David im Südwesten des Landes. Dort verbrachten wir lediglich die Nacht, um am folgenden Tag ebenfalls mit dem öffentlichen Bus nach Almirante und von dort mit dem Taxi Boot nach Bocas del Toro zu fahren. 

 

In Bocas kam dann endlich Karibik-Feeling auf: Bunte Holzhütten, überall Palmen, Kolibris, frisches Obst und leckeres Hähnchen in Kokossoße mit Patacones im Restaurant direkt am Wasser. So hatte ich mir das vorgestellt! Auch wenn Panama City ein interessanter Eindruck war, so war die Ruhe nach dem ganzen Lärm und Stress in Panama City doch einfach herrlich. 

Den ersten Tag ließen wir gemütlich ausklingen und buchten für den nächsten Tag eine Bootstour. Diese führte auf verschiedene Inseln des Bocas-Archipel und beinhaltete Delfin-Watching, Seesterne, Schnorcheln, Faultiere und den Besuch in einem Restaurant mit tollem Blick aufs Wasser. Die Tour hat viel Spaß gemacht und wir konnten sogar ein paar Delfine fotografieren und filmen. :) 

 

Das Schnorcheln hatte mich dann wieder etwas angefixt und ich wollte gerne noch einmal tauchen gehen. Heute morgen habe ich mich also kurzfristig für einen Tauchgang mit "Auffrischungskurs" in meiner damaligen Tauchschule angemeldet, die praktischerweise direkt neben unserem Hotel war. Dort absolvierte ich gemeinsam mit drei Mädels aus England zwei Tauchgänge. Der erste war für mich noch etwas holprig, ich hatte zu wenig Gewicht am Gürtel, weshalb ich immer wieder zu weit aufstieg, hatte ein paar Probleme mit dem Druckausgleich und geriet zwischendurch etwas in Panik, weil die Sichtweite plötzlich unter einen Meter betrug. Der zweite Tauchgang war dafür umso großartiger! Wir fuhren zum "Wreck", einem vor 20 Jahren versenktem Schiffswrack, in dem ich bei meinem Tauchkurs schon getaucht war. Hier fühlte ich mich gleich wohler und kam auch viel besser zurecht. Und die Landschaft war unglaublich! Bunte Korallen, Unterwasserwesen, die ich noch nie gesehen hatte, viele bunte Fischschwärme, Tintenfische, Hummer und sogar einen Hai haben wir gesehen! Es ist einfach atemberaubend. Und das Gefühl, unter Wasser atmen zu können und schwerelos zu schweben ist unbeschreiblich. Die Dive Instructors von Starfleet Scuba waren auch wieder sehr geduldig und hilfsbereit und haben uns hinterher sogar ein paar Fotos vom Tauchgang geschickt. Es war toll! 

Meine Eltern waren währenddessen übrigens mit dem Fahrrad an der Küste unterwegs und haben sich die Wellen und Surfer angeschaut. 

Tauchen :) Gefährlicher Hai! Lobster! Ein Fisch! Auch wenn es nicht danach aussieht.

Morgen geht dann mit dem Shuttlebus weiter über die Grenze und nach Costa Rica, endlich zurück in mein geliebtes Puerto Viejo! <3

 

Mehr Fotos lade ich noch hoch, nur leider haben wir hier keine Möglichkeit, die Fotos der Kamera zu übertragen. 

 

Liebe Grüße und Buenas noches, 

Julia 

03Juli
2013

Aaaaand action!

Mein versprochener Costa Rica-Film ist endlich fertig geworden.

Online anzusehen ist der Kurzfilm unter:
https://vimeo.com/69640269


Ich hoffe, er gefällt Euch! Es steckt viel Arbeit und eine große Portion Liebe drin. Wenn ich mir den Film selbst anschaue, bekomme ich großes Fernweh und vermisse meine Lieben noch mehr :( Aber es ist eine wunderschöne Erinnerung, die mir niemand nehmen kann, und die ich nur zu gerne mit Euch teile :)

Eure Jules 

13Juni
2013

Home sweet home.

So. Seit vergangenem Samstag bin ich wieder in der Heimat. Anfangs plagte mich noch ein starker Jetlag („Ach, schon 4 Uhr morgens? Na gut, ich geh mal ins Bett.“ „Mama, noch fünf Minuten schlafen... es ist doch erst 12 Uhr mittags!“), der nun aber immer weiter nachlässt. Na gut, ich kann trotzdem noch bis 12 Uhr schlafen :D

Nun denn. Dies hier wird dann wohl der letzte Blogeintrag zu meinem Costa-Rica-Abenteuer. Ich möchte euch noch einmal einen kleinen Rückblick geben und meine Erfahrungen zusammenfassen. Außerdem habe ich noch ein paar Fotos von einigen Souvenirs gemacht. Damit habe ich mir ein Stück Costa Rica mit nach Hause genommen.

Ich möchte meinen Rückblick als ein Interview-Gespräch darstellen. Die Fragen habe ich mir zum Teil selbst gestellt, zum Teil wurden sie mir aber auch so von Freunden und Verwandten gestellt, weshalb ich denke, dass es auch für andere Leser interessant sein könnte.


Hallo Julia. Du warst nun 4 Monate in Costa Rica und hast dort in verschiedenen Tierhilfsprojekten gearbeitet. Was hast du während dieser Zeit gelernt?
Bei der Arbeit habe ich gelernt, dass auch körperlich anstrengende Arbeit großen Spaß machen kann, vor allem, wenn man dabei einen Fortschritt sehen kann. Außerdem habe ich viel über Teamarbeit und Arbeitsteilung gelernt. Von den Einheimischen habe ich vor allem gelernt, die Dinge ruhig anzugehen („Tranquila!“) und lockerer zu nehmen („Pura Vida!“). Nicht jeder kleine Fehler ist ein Beinbruch, und auch mit 90 km/h statt 100 kommt man ans Ziel. (Auch wenn die Ticos trotzdem sehr rasant Auto fahren :D ) Ich denke ich bin außerdem selbstständiger und selbstbewusster geworden. Achja, und mein Spanisch habe ich natürlich aufgebessert (:

Hat sich damit auch deine Sichtweise auf manche Dinge verändert?
Ja, ich glaube ich kann vieles jetzt gelassener sehen. Die Deutschen haben immer so einen Kontrollzwang, der sich auch in unserer berühmten Bürokratie zeigt. In Costa Rica lebt man scheinbar mehr so in den Tag hinein, Bauarbeiten dauern halt mal länger, wenn die Arbeiter nicht so viel Lust haben, und wenn bei einem Erdbeben etwas kaputt geht, dann baut man es halt wieder auf. Ich hoffe, dass ich ein wenig von dieser Einstellung für mich selbst übernehmen kann, und in Zukunft nicht mehr so viel plane, sondern eher mal spontan etwas entscheide oder mache.

Scheinbar hat dir die Zeit dort also gut gefallen. Würdest du wieder nach Costa Rica gehen?
Auf jeden Fall! Ich habe dort eine unvergessliche Zeit verbracht und würde jederzeit wieder dorthin gehen, wenn ich Zeit und Geld habe ;) Während der vier Monate habe ich auch viele Freunde gefunden und Kontakte geknüpft, sodass ich beim nächsten Mal ja auch schon weiß, an wen ich mich wenden kann und wo ich unterkommen könnte. Ich würde auch jedem anderen empfehlen, einmal einige Zeit im Ausland zu verbringen. Dort lernt und sieht man so vieles, was man sich von zuhause aus gar nicht vorstellen kann. Ich habe auch schon einigen Leuten aus den Projekten dort gesagt, dass ich wiederkomme, sobald es mir möglich ist :p

Könntest du dir dann auch vorstellen, dort zu leben?
Ja, ich denke schon. Es ist zwar wirklich eine ganz andere Welt als hier, und in vielen Punkten auch eine große Umgewöhnung. Aber das Land ist einfach traumhaft und die Menschen dort supernett und stets hilfsbereit. Ich habe auch viele Leute aus Europa und den USA dort getroffen, die nach Costa Rica ausgewandert sind und dort ein Hostel eröffnet haben oder in Souvenirshops arbeiten. Das einzig blöde daran ist, dass man nur ein Touristenvisum für 90 Tage erhält, also alle drei Monate das Land für 72 Stunden verlassen muss. Es sei denn, man heiratet einen Tico. ;) Vielleicht komme ich irgendwann darauf zurück :D Aber jetzt geht es erstmal ans Studieren, in Deutschland.

Hast du dich denn jetzt für ein Studium entschieden?
Nein, immer noch nicht :D Ich weiß aber jetzt, dass mir die Arbeit mit Tieren auf jeden Fall riesig Spaß macht und deshalb Biologie oder Tiermedizin auf jeden Fall das richtige ist. Ich werde jetzt noch ein Praktikum in einer Tierklinik absolvieren, um mir sicher sein zu können, und dann muss das Bauchgefühl entscheiden ;)

Was vermisst du aus Costa Rica? Was vermisst du nicht?
Das leckere Obst vermisse ich sehr!! Jeden Morgen ein Teller voll frischer Mango, Papaya, Ananas, Banane und Wassermelone. Das fehlt mir. Außerdem vermisse ich die Sonne und vor allem das Meer. Es ist einfach perfekt, direkt am Meer zu wohnen. Und ganz besonders vermisse ich meine Faultiere und Affen und sonst überhaupt alle Tiere von dort. Und einige Menschen ;)
Was ich nicht vermisse? REIS! :D Davon hatte ich in den letzten 4 Monaten ausreichend.

Hast du dir in Costa Rica Gewohnheiten zugelegt, die du nun nicht wieder loswirst?
Ja, es fällt mir zum Beispiel immer noch schwer, das Toilettenpapier in die Toilette zu werfen :D In Costa Rica sind die Rohre zu dünn, weshalb man Papier immer in den Mülleimer werfen muss. Außerdem erwarte ich immer noch, Affen zu sehen, wenn ein Baum sind im Wind bewegt. Auch halte ich manchmal Ausschau nach Vögeln oder Agutis :D Ansonsten habe ich mich aber schon wieder gut eingelebt, selbst das Autofahren klappt schon wieder :p

Was war der aufregendste Moment auf deiner Reise?
Der erste Tauchgang in Panama und das Klettern bei unserer Canopy-Tour - da ging mir ganz schön die Pumpe :D

Der emotionalste Moment?
Das war wohl der Tag, an dem Brigitte, unser Ozelot im Rescue Center, verstarb. Alle hatten Tränen in den Augen und viele Leute im Projekt lagen sich sogar weinend in den Armen. Ich hatte zwar nichts mit dem Tier zu tun, aber trotzdem war auch ich sehr niedergeschlagen.

Gab es einen besonders beeindruckenden Moment?
Ja, der Augenblick, in dem ich zum ersten Mal eine Lederschildkröte sah. Ich war überwältigt von der Größe dieses Tieres! Und dann dabei zuzusehen, wie die Schildkröte so vorsichtig ein Nest gräbt und ihre Eier legt, das war unvergesslich.

Dein Fazit?
Ich bin unglaublich froh, diese Reise gemacht zu haben und bedanke mich noch einmal bei meinen Eltern, die mich so sehr unterstützt und mir die Reise überhaupt ermöglicht haben (: Ich würde jederzeit wieder so eine Reise machen und kann es nur jedem wärmstens empfehlen. Das richtet sich auch nicht nur an junge Leute, in den Projekten waren auch Ü40-Personen, die total begeistert davon waren ;) Bei so einem Auslandsaufenthalt lernt man so viel über die Welt und sich selbst, wie sonst nirgends. Und man behält diese Erinnerung, die einem niemand nehmen kann.

Vielen Dank für dieses Interview!

So, und nun gibt es noch Bilder von Costa Ricanischen Souvenirs :p

Ein Buch über die Tiere in CR Federn von Aras, einer Eule und Whizzie :) Feder-Bilder von Amable :) Ein Lesezeichen. Das erste Schnapsglas in meiner Sammlung! Und natürlich eins aus Panama. Eine Kette aus Bambus. Mojito-Seife! Ein neuer Rucksack <3 Eine CD mit Regenwaldgeräuschen und Klavier. Das beste Geschenk von Mama - ein Fauli!! :) Es heißt Fernando, in Gedenken an den kleinen Publikumsliebling. Aus Costa Rica! Süß? :) Da sind die Fähnchen :) Endlich wieder bei Othello! <3 <3 <3

06Juni
2013

Zu schnell vorbei...

So, ein letztes Mal melde ich mich noch vor meiner Rückkehr nach Deutschland.
Heute mittag sind wir von Manuel Antonio wieder nach Alajuela gefahren. Hier sind wir nun wieder bei meiner Gastmama Elizabeth, bei der ich schon während des Papageien-Projekts untergekommen war. Meine Eltern reisen dann morgen früh ab und ich übermorgen.

Die letzten zwei Wochen waren ein krönender Abschluss meiner Costa Rica-Reise. Wir haben viel erlebt, viel gesehen und besonders viel gelacht :) Es war einfach klasse, dieses Paradies mit meinen Eltern zu erkunden und viele Dinge zu tun, die wir woanders nicht gemacht hätten.

In Manuel Antonio haben wir die meiste Zeit am Strand verbracht, denn zum einen war der traumhaft schön und zum anderen gab es auch sonst nicht allzu viel zu tun ;) Wir waren im Nationalpark und haben dort außer dem schönen Strand noch viele Affen, einige Faultiere, Waschbären und ein Agouti gesehen. Die Waschbären waren noch frecher als die in Cahuita! Sobald wir unsere Knabbersachen ausgepackt hatten, kamen zwei Waschbären angeschlichen und wollten etwas abhaben. Als sie nichts bekommen haben (man soll ja wilde Tiere bekanntlich nicht füttern), haben sie Mama einfach die Tüte mit den Crackern aus der Hand gerissen! Total frech! :D Nunja, das gab mir wenigstens die Gelegenheit für ein paar gute Fotos :p
Wie gesagt, ansonsten haben wir in Manuel Antonio eigentlich nicht viel gemacht. Unser Hotel hat uns nict so gut gefallen, obwohl das Restaurant wirklich spitze war. Also wieder viel zu viel gegessen :p Zum Abschluss heißt es dann nochmal "Reis und Bohnen", aber irgendwie werde ich das ja auch vermissen ;)

So, und nun gibt es noch ein paar Fotos :) Ich arbeite fleißig weiter an meinem kleinen Film und in Kürze werde ich dann auch nochmal einen abschließenden Rückblick schreiben. Bis dahin!

eure Jules 

Der Traumstrand Manuel Antonio <3 Capuchin! Kleiner Dino. Frechdachs! OmNomNom Banana! Jules am Strand Da kommt der einfach und klaut Essen! Dem gehts gut. :D  

02Juni
2013

Von der Karibik zum Pazifik.

Erstmal muss ich mich dafür entschuldigen, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Erst gab es nichts zu erzählen und dann ist so viel passiert, dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin ;)

Also, in meinen letzten Blogeinträgen habe ich euch von Tiskita und meiner Arbeit dort in der Release Site des Ara Projects erzählt. Nach meiner Rückkehr nach Alajuela am 19. Mai habe ich noch ein paar Tage gaaaaanz freiwillig im Ara Project geholfen, da ich ohnehin wieder bei Elizabeth gewohnt habe und Jenny, die Leiterin des Projekts, ganz allein die Arbeit machen musste. Bin ich nicht ein guter Mensch? :p

Endlich Urlaub!
Am 23. Mai kamen dann endlich meine Eltern an! (: Morgens früh habe ich sie vom Flughafen abgeholt, dann gab es Frühstück bei Elizabeth (das erste Gallo Pinto für meine Eltern :p), dann haben wir kurz das Ara Projects besucht und anschließend ging es in unser Hotel beim Zoo. Von dort aus machten wir am nächsten Tag eine Tour zum Vulkan Poas. Das war mit dem Bus gar nicht so einfach, wir haben es aber geschafft :D Der Vulkan ist einer der vielen aktiven Vulkane in Costa Rica und man kann von oben den grünen Kratersee sehen, aus dem immer noch Schwefeldämpfe aufsteigen. Wir hatten Glück, denn als wir ankamen konnte man noch alles gut sehen, fünf Minuten später war es so nebelig, dass man die eigene Hand vor Augen kaum sehen konnte. Ansonsten haben wir in Alajuela nicht mehr viel gemacht, da wir auch nur zwei Nächte dort verbracht haben.

Zurück in mein geliebtes Puerto Viejo :)
Nachdem meine Eltern sich in Alajuela ein wenig einleben konnten, sind wir direkt weiter gefahren nach Puerto Viejo, den Ort in dem ich mein erstes Projekt gemacht habe. Dort haben wir unter anderem am Strand relaxt und ich habe meine Eltern durch das Jaguar Rescue Center geführt, in dem ich ja gearbeitet hatte. Es tat so gut, meine Faulis und Affen wiederzusehen! <3
Außerdem waren wir in Cahuita, dem nahegelegenen Nationalpark, Schnorcheln. Das war zwar nicht ganz so genial wie das Tauchen in Panama, aber trotzdem total toll! (: Wir haben viele Fischschwärme, bunte Fische, eine Flunder und sogar einen Riffhai gesehen. Papas Kommentar dazu war: „Das ist ja wie beim Chinesen im Aquarium!“ :D Danach sind wir durch den Nationalpark zurückgewandert, wo meine Eltern dann ihre ersten wildlebenden Affen (Kapuziner und Klammeraffen) live und in Farbe gesehen haben :p In Cahuita haben wir dann Pipa getrunken. Ich kannte das schon vom Schildkrötenprojekt, aber für meine Eltern war das natürlich neu. Die Pipa ist eine Kokosnuss, die allerdings kein richtiges Fruchtfleisch enthält, sondern nur lecker süßes Wasser, das eben nach Kokosnuss schmeckt. Total lecker! (:

Der Nebelwald von Monteverde
Nach 4 Nächten in Puerto Viejo mit viel Essen und Entspannung am Strand sind wir die lange Reise nach Monteverde im Westen von San Jose angetreten. Monteverde liegt mitten im Nebelwald, was sich auch zeigt, denn innerhalb von wenigen Minuten zog sich manchmal alles so mit Nebel zu, dass man kaum 100 Meter gucken konnte. Wir waren in dem wunderschönen Hotel „Arco Iris“ (spanisch „Regenbogen“) untergebracht. Von dort aus machten wir eine geführte Wanderung durch den Nebelwald und über die Brücken, wo wir unter anderem den „Moustache Vogel“ sahen :D Dieser Vogel hat so Bart-ähnliche Fetzen im Gesicht hängen (http://en.wikipedia.org/wiki/Three-wattled_Bellbird) und macht total komische Geräusche. Außerdem gab es dort noch viele andere Vögel zu sehen und einen Kolibri-Garten mit vielel vielen bunten Kolibris zu sehen (:
Am nächsten Tag ging es dann noch höher hinaus zum Canopy! Beim Canopy wird man im Klettergeschirr an ein Seil gehängt und saust dann so durch den Dschungel. Total geil! (: Als erstes gab es den Tarzan Swing, bei dem man einfach an einem Seil hing und herumschwingt, das war schon ziemlich krass. Ich hab geschrien :D Später sind Papa und ich dann noch durch einen hohlen Baum geklettert, das war schon ziemlich beeindruckend. Die längste der 15 Seile war 800 Meter lang und ging über ein Tal. Schon geil, so über den Dschungel zu sausen :p Auf dem Weg zum Startpunkt haben wir außerdem eine große Coati-Familie (Nasenbären) mit ganz vielen Babys und eine TARANTEL gesehen! Ja, echt jetzt, eine wilde Tarantel im Erdloch :p
Überhaupt war die Natur in Monteverde atemberaubend, wir hatten Papageien und Kolibris im Garten sitzen und überall wuchs eine Vielfalt an bunten Pflanzen. Interessant fand ich auch das Restaurant „Morpho“ bei dem alles auf diese großen blauen Schmetterlinge ausgelegt war: Die Wände des Restaurants waren von innen und außen bemalt, die Lampen und Serviettenhalter hatten die Form von Schmetterlingen und auf Tischplatten, Tellern und Tassen fand man sie auch. Und das Essen dort war auch super, insbesondere die Frozen Peanutbutter Pie! (: Auch das „Treehouse“ war ein interessantes Restaurant, in dem mittendrin ein riesiger Baum wächst.

Last Stop: Manuel Antonio
Nach 3 Nächten in Monteverde sind wir heute mit dem Shuttlebus (endlich mal nicht mit dem öffentlichen Bus) nach Quepos bzw. Manuel Antonio an der Pazifikküste gefahren. Auf der Hinfahrt haben wir Halt an der „Krokodil-Brücke“ gemacht, von der aus man zig Krokodile beim Sonnenbaden am Ufer eines großen Flusses beobachten kann. Da kriegt man schon ein bisschen Angst! o.O In Quepos angekommen hat uns erstmal der Regen empfangen. Es ist eben Regenzeit, da muss man damit rechnen, dass es jeden Nachmittag so 2-3 Stunden regnet. Aber na gut, sonst gäbe es auch nicht so eine unglaubliche Natur zu sehen ;) Hier haben wir noch nicht ganz viel gesehen, aber morgen wollten wir zum Manuel Antonio Nationalpark und uns (bei entsprechendem Wetter) einen der schönsten Strände Costa Ricas anschauen. Davon berichte ich dann demnächst ;)

Jetzt gibt es wie immer ein paar tolle Fotos!
Buenas Noches Muchachos!
eure Jules

Ein bunter Krebs. Jules und Mama beim Pipa-Trinken :) Baby-Owl ist soooo groß geworden! Canopy-Spaß! :) Die drei Muske.. Bergsteiger. Hollow Tree Climb Glasswing Butterfly Unser Hotel in Alajuela Regenzeit!  Auf dem Weg zum Schnorcheln Posende Echse. Cool? Sonne & Meer. Was will man mehr? Sonnenuntergang in Tiskita Baby-Ara. Ih. Baby-Ara 3 Wochen alt. Chicken! Vulkan Poas Kratersee am Vulkan Poas Unser Hotel in Puerto Viejo. Nasenbär! <3 Kolibri-Garten in Monteverde Dschungel. Wasserfall im Dschungel Auf den Brücken Baby-Kolibri im Nest <3 Gut oder gut?  Unser Häuschen in Monteverde Blumis! Es ist so flauschig!  Das Treehouse Restaurant Kaffee-Liebe :) Das Morpho Mot-Mot!! Krokodile. Viele Krokodile.

P.S.: Ich arbeite übrigens zur Zeit an einem kleinen Costa Rica-Film. Während meines Aufenthalts habe ich viele kleine Videoclips gemacht, die ich jetzt zusammenschneide. Ihr könnt euch also auch auf bewegte Bilder in naher Zukunft freuen! ;)

17Mai
2013

Slothy-Sloooooth! (Foto-Post!)

So, heute möchte ich euch nur kurz etwas berichten und anschließend meine aktuellsten Fotos hochladen :)

Gerade sitze ich in einem Restaurant, in dem es Hamburger gibt. Und zwar nicht irgendwelche kleinen Hamburger, sondern riiieeesige Doppelwhopper! Dazu Pommes und ein Getränk, das ganze für ungefähr 5 Euro! Alles frisch, nicht wie bei Mecces. Total geil :D Und das Beste: Gratis Internet :D Dafür zahlt man hier sonst schon 1,50 die Stunde. Ich mag es hier :)

Heute hatte ich Release Site Monitoring, das heißt, ich verbringe 10 Stunden in der Release Site mitten im Dschungel und zähle die Aras, die so ein- und ausfliegen. Klingt erstmal nicht besonders interessant, aber wenn die Affen um einen herum spielen und Aras ärgern, Agoutis vorbeischauen und man am Ende sogar noch ein Faultier bei seinem wöchtenlichen Geschäft beobachten kann, geht die Zeit sehr schnell rum ;) Es war wirklich ein toller Tag, das hätte ich gar nicht so erwartet. :)

Man merkt übrigens, dass die Regensaison anfängt. Es regnet jetzt jeden Tag so 2-3 Stunden. Aber das ist gar nicht so schlimm ;)

So, und nun die versprochenen Bilder. Davon sind übrigens viele heute entstanden ;)

Buenas Noches!
eure Jules

Edit (18.05.): Habe noch ein paar Bilder hinzugefügt, die beim ersten Mal irgendwie verlorengegangen sind.

VW-Busse sind auch in Costa Rica Kult! Perfect Shot! :D Da wohne ich übrigens (rechts). Dschungel. Mein Weg zur Arbeit ;) Totenkopfäffchen <3 Fliegender Ara. Pflanzen. (Für die Oma <3) Eukalyptus. GEIL?! Flauschige Blumis. Sternfrucht. Soooo lecker!! Schwarzer Leguan. :) Süß. Geier sonnen sich. Om Nom Nom! Was guckst du?! Der mochte mich. Kapuzineraffe. Gay-Love. <3 (Echt jetzt.) Baby-Slothy! <3 Slothy-Sloth. Ich konnte einfach nicht genug kriegen. Agouti-OmNom. So sah der Wasserfall anfangs aus. So sah der Wasserfall heute aus. Rainy Season!  Aras im Nest :) (Foto von Randy) Monkey-Shot of the week. (Foto von Randy) Parakeet :) (Foto von Randy) (Foto von Randy) Brüllaffen :) (Foto von Randy) Nochmal der Kolibri. (Foto von Randy) Jules bei der Arbeit! (Foto von Randy) Möhren waschen. (Foto von Randy) Das war noch in Alajuela. (Foto von Randy)

11Mai
2013

It’s a jungle out there

Oh ja. Mittwoch sind Randy (ein anderer Volontär) und ich von Alajuela nach Tiskita auf der Osa Halbinsel gefahren (13 Stunden Anreise). An einer Bushaltestelle haben uns alle gefragt, wo wir hinwollten, weil wir scheinbar so verloren aussahen :D So langsam spüre ich wirklich auch die Hilfsbereitschaft der Ticos. In San Jose war das gar nicht so, aber in kleineren Orten sind die Ticos wirklich herzlich und hilfsbereit. Eine Tica sagte mir noch, ich sollte doch bitte Insektenspray verwenden, weil meine Beine so zerstochen sind. Ja, Mama! :D

Leben mitten im Dschungel
Randy und ich wohnen hier in Tiskita im Volontärhaus, das aus einem Tisch, zwei Stühlen, zwei Betten mit Moskitonetz und einem Badezimmer besteht. Also nur das Nötigste. Es ist wirklich sehr spartanisch hier, aber mir gefällt dieser einfache Lebensstil. Von unserer Veranda aus können wir das Pazifische Meer sehen und auf der anderen Seite des Hauses Berge mit tropischem Regenwald. GENIAL!! Nachts schlafen wir mit dem Rauschen des Meeres und Froschkonzerten (Ich weiß jetzt, wer Dubstep erfunden hat!) ein und wachen morgens mit Affengebrüll und Tukangesang auf. Wirklich traumhaft (: Und das Beste ist, wenn man am Strand entlangläuft und die freigelassenen Aras von Baum zu Baum fliegen, sich gegenseitig etwas zurufen oder einfach vor sich herplappern (:
Auf dem Weg zur Release Site und zu den Vogelnestern laufen wir durch dichten Urwald, passieren einen Wasserfall und kleine Seen und sehen dabei die verschiedensten Pflanzen und Tiere. Es ist so krass, mitten durch den Dschungel zu laufen! Genau SO habe ich mir Costa Rica vorgestellt. (: Das einzige, was mich dabei ein bisschen stört, ist, dass unser Weg zur Arbeit so im Durchschnitt ungefähr eine Stunde lang ist und das durchgehend bergauf. Und zwar RICHTIG bergauf. Ich bin also top in Form, wenn ich wieder nach Deutschland komme :D

Die Arbeit
Hier in der Release Site werden die Roten Aras, die im Breeding Center gezüchtet wurden, in die Natur entlassen. Zur Zeit werden hier noch zwei Aras in einer Voliere gehalten, die demnächst entlassen werden sollen. Außerdem wurden hier bisher schon ca. 70 Aras freigelassen, von denen einige immer noch wieder zu Besuch kommen. Unsere Aufgabe ist es zum Einen, die Vögel in der Voliere und auch die freigelassenen Vögel zu füttern und die Voliere sauber zu halten. Ein weiterer großer Aufgabenbereich ist das Monitoring, bei dem Nester und Vögel beobachtet und alle Vorkommnisse notiert werden. Außerdem müssen wir Beach Almonds, die Hauptnahrung der Aras, am Strand und auf der Straße sammeln. Insgesamt also eine bunte Mischung an Aufgaben, bei der es nicht langweilig wird ;)

Gotta Catch ‘Em All!
Der ein oder andere unter euch erinnert sich bestimmt an das Videospiel Pokémon, bei dem man die Aufgabe hatte,  alle 150 (okay, 151!) dieser kleinen Monster zu finden. Genau so fahre, laufe und gucke ich hier in der Gegend herum und suche nach exotischen Tieren, die mir noch auf meinem Pokedex fehlen. Ich kam nach Costa Rica mit dem Wissen, dass es eines der artenreichsten Länder der Welt ist. Aber dass tatsächlich Affen im Garten spielen, Faultiere dich auf dem Balkon beobachten, Delfine im Fluss neben dem Boot herschwimmen und riesige Leguane am Straßenrand sitzen, das hätte ich mir nicht erträumt. Für mich als Tierliebhaber und Naturfreund ist das hier das absolute Paradies. Morgens wecken mich die Brüllaffen, Kolibris, Tukane und nicht zu vergessen Rote Aras fliegen herum, Totenkopfaffen spielen in den Bäumen und in der Dämmerung sieht man Gürteltiere oder Coatis. Und gestern Morgen habe ich ein Agouti dabei beobachtet, wie es sein Baby gesäugt hat!
Hier möchte ich euch einmal einen Überblick geben, welche Tiere ich schon gesehen habe. Die Liste ist noch unvollständig, weil ich einige Tiere noch nicht eindeutig identifiziert habe ;)

Agouti
Blauer Morphofalter (Blue Morpho)
Brüllaffe (Mantled Howler-Monkey)
Bunte Fische (beim Tauchen)
Coati
Dreifingerfaultier (Brown-throated Three-toed sloth)
Fischertukan (Keel-billed Toucan)
Flussdelfin
Flussschildkröte
Geier
Geoffrey-Klammeraffe (Spidermonkey)
Giftige Schlange (kenne den Namen nicht)
Goldene Seidenspinne (Nephila)
Große Krebse
Gürteltier
Hummer (beim Tauchen)
Kaiman
Kapuzineraffe (White-faced capuchin Monkey)
Kolibri
Krokodil
Lederschildkröte (Leatherback Turtle)
Leguan (Iguana)
Opossum
Oropendula (ein Vogel ;) )
Pelikan
Seegurke (beim Tauchen)
Seepferdchen (beim Tauchen)
Seespinne (heißen die so? beim Tauchen)
Swainson-Tukan (Chestnut-mandibled Toucan)
Totenkopfaffe
Waschbär
Zweifingerfaultier (Hoffmann’s Two-toed Sloth)


Ihr seht, ich habe hier schon einiges gesehen. Aber ich bin mir sicher, die Liste wird noch viel länger, bis ich wieder zuhause bin ;) Mein Rückflug ist übrigens am 7. Juni, habe ich das schon erwähnt?
So, dieses Mal möchte ich euch ganz viele Fotos von meinen lieben Papageien zeigen (:

Sleeping Mini Sonnenuntergang in Tiskita ARA! Strand in Tiskita Die Jules. Einsiedlerkrebse Ein Krebs. Noch einer. Ein Fluss in Tiskita. Kolibri. Schön? :) Dschungel. Unser Weg zur Arbeit ;) Agouti-Mama mit Baby. <3 Released Aras. Wasserfall. Geier. Na, wer sieht's? :) Kitty-Cat.

Ich hoffe, ihr habt ein schönes Wochenende!
Muchos Besos,
eure Jules

05Mai
2013

Papageien und Papayas

Kinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt bin ich schon wieder eine Woche im Papageien-Projekt. WAHNSINN! 

The ARA Project
Das Projekt in dem ich jetzt arbeite ist in Alajuela, ziemlich in der Nähe des Internationalen Flughafens. Das Ziel des Projekts ist es, die beiden stark gefährdeten Papageienarten „Hellroter Ara“ (Scarlet Macaw) und „Großer Soldatenara“ (Great Green Macaw) zu züchten und anschließend in die Natur zu entlassen. Gezüchtet werden die Tiere hier in Alajuela, freigelassen dann in einer der „Release Sites“ (Entlassungsplätze) an der Pazifikküste. Insgesamt beherbergt das Projekt derzeit um die 140 Aras.

Die kleinen Käfige Die sind echt! Und ich auch. Ich häng hier nur so rum. Was guckst du? Ein Hybrid, also grüner und roter Ara gemischt. Wunderschön :) Ara im Flug. Hilfe! Gut, dass meine Schuhe etwas zu groß sind. Great Green Macaw. Scarlet Macaw. Wer ist da? Hallo! Papageien-Kampf. Mein Freund, der ist mir gefolgt. Ara-Love <3 Eier! Die fühlen sich nach Plastik an. Ein Bild von Franzi. Super Schnappschuss!

Meine Arbeit
Mein Arbeitstag beginnt morgens um 7.00 Uhr in der Küche, wo kiloweise Obst geschnitten wird. Die Tiere bekommen zum Frühstück Reis mit Bohnen (wir sind hier schließlich in Costa Rica! Außerdem sind Reis und Bohnen ein guter Ersatz für die eigentliche Hauptnahrung von Aras: Nüsse), zum Mittag dann das Obst und abends Sonnenblumenkerne. Nach der Zubereitung des Mittags gibt es erstmal Kaffee. Für die Menschen ;) Danach werden die Volieren gereinigt, also geharkt und gefegt. Anschließend wird dann meistens nochmal Obst im projekteigenen Obstgarten gepflückt. Dann ist es meistens ca. 11.00 Uhr und wir haben erstmal Pause. Bis 17.00 Uhr :D Manchmal fangen wir schon um 15.00 Uhr wieder an und helfen im Garten oder sammeln noch mehr Obst. Um 17.00 Uhr werden dann die „Dishes“ gemacht, also alle Futterschalen ausgeleert und gewaschen. Gegen 17.45 Uhr ist dann alles fertig und der Tag im Projekt geht zu Ende (:
Die Arbeit an sich ist eigentlich nicht wirklich anstrengend, nur wenn es dann mittags wärmer wird läuft einem der Schweiß in Strömen. Aber dank der großen Pause (Siesta) kann man nachmittags viel Energie sammeln :p Was manchmal jedoch auch anstrengend ist, ist der Krach, den die Vögel machen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch einen Höllenlärm 140 Aras machen, die auf ihr Abendessen warten!! Aber ansonsten sind die Vögel wirklich toll, so viele bunte Tiere auf einmal. (: Die ersten Tage waren sie mir gegenüber noch sehr zurückhaltend, aber mittlerweile kommen sie schon auf mich zugelaufen und beißen mir in die Zehen (zum Glück nur in meine Schuhe, alles andere würde ziemlich wehtun).

Jawses! :3 Unser Hangout-Platz Mittagsessen! Sieht das nicht lecker aus? Die Küche Der Shop Eine Mondblume, die nur einmal im Jahr blüht :)

Meine Familie
Untergebracht bin ich in einer Gastfamilie direkt beim Projekt. Die Gastmutter heißt Elizabeth und ist eine supernette Mutter, die hervorragend kocht. Wahrscheinlich werde ich hier das Gewicht, das ich im Schildkrötenprojekt verloren habe, gleich wieder draufkriegen :D Elizabeth lebt hier mit ihrem Sohn, den man allerdings kaum zu Gesicht bekommt. Außerdem gehen hier ständig neue Volontäre ein und aus. So habe ich hier zeitweise mit Ine, einem Mädchen aus Norwegen, und Steven, einem Kanadier, gewohnt. Außerdem kam Patrick, ein Volontär aus England, immer zum Essen. Auch sonst ist hier aber immer was los, im Haus leben außerdem noch Luna, ein kleiner Hund, und Amor, eine Katze. Luna versucht immer, auf meinen Händen und Füßen herumzukauen. :D Süßer Hund. Außerdem bekommt Elizabeth viel Besuch von Freunden oder passt hier auf ihren Enkel Ismael auf. Ich fühle mich richtig wohl hier und bin auch froh, dass ich endlich mal wieder etwas Spanisch üben kann.  Im Projekt wird nämlich nur Englisch gesprochen :/

Unser Haus :) Flauschige Blumen! Mein Zimmer. Kunst in meinem Zimmer. Wer schnallt es? ;)

Meine Freizeit
Ich habe zwar nur einmal in der Woche frei, aber wie ihr merkt, habe ich jeden Tag ca. 6 Stunden Pause :D Oft bin ich dann zwar auch so müde, dass ich einfach nur ein bisschen schlafe, aber manchmal verlasse ich das Haus auch ;)

Abenteuer öffentlicher Nahverkehr
Zum Beispiel war ich einmal mit Steven in Alajuela. Dort wollten wir in ein Buchgeschäft. Sind also mit dem Bus hingefahren (das war ganz leicht!) und haben dann dort festgestellt, dass A. Sonntag ist und B. ein großes Fußballspiel stattfindet. Ergo waren alle Geschäfte geschlossen, bis auf ein Spielwarengeschäft. Nachdem wir dort also ein bisschen rumgestöbert hatten, wollten wir den nächsten Bus nach Hause nehmen. Nur, welcher ist der richtige? Wir uns also bei den Ticos durchgefragt. Blöde Idee. Der eine sagt dir „Hier zweimal um die Ecke und dann 50 Meter weiter“ . Kein Bus. Fragt man dort nochmal, wird man wieder „Hier zweimal um die Ecke und dann 50 Meter weiter“ geschickt, also einmal im Kreis. Natürlich auch kein Bus. Nachdem wir knappe 1,5 Stunden nach dem Bus gesucht haben, haben wir uns ein Taxi genommen. Ich weiß bis heute nicht, welcher Bus der richtige ist :D

Franzi, Ally und ein paar US-Amerikaner
Einen Abend habe ich dann Franzi und Ally, zwei Freundinnen aus dem Rescue Center, in ihrem Hotel in Alajuela besucht. Wir waren gemeinsam Essen (Pommes mit Käsesoße und Bacon!!!)  und haben viel gelacht, es war wirklich toll mal zwei bekannte Gesichter wiederzusehen. Franzi habe ich dann außerdem noch zweimal in ihrem Hostel in Alajuela besucht. Dort gab es eine Bar auf dem Balkon, von wo aus man über ganz Alajuela und den Flughafen sehen konnte. Am ersten Abend gab es außerdem einen tollen Sonnenuntergang (: Dort haben wir dann auch ein paar Typen aus den USA kennengelernt. Die waren total schräg drauf, aber es war richtig lustig mit ihnen. Deswegen mag ich das Reisen auch, man trifft so viele tolle und interessante Menschen. Die Story der beiden Amis war jedenfalls, dass sie ihren Flug verpasst hatten, weil sie mit Sack und Pack in ihrem Mietwagen am Strand waren und der, wie könnte es anders sein, aufgebrochen wurde. So mussten sie also mit nichts als dem, was sie anhatten, erstmal neue Pässe bekommen etc. Trotz dieser miserablen Geschichte waren die beiden aber total super drauf und haben viel mit uns gelacht (:

Sonstige Anekdoten
Ich habe Zuckerrohr gegessen!
Total lecker, schmeckt fast wie Ahornsirup. Also eigentlich nur ekelhaft süß, aber mit einem ganz eigenen Aroma. Irgendwie merkwürdig, dass eine Pflanze so schmecken kann.
Gibt es in Deutschland eigentlich Käsepopcorn?
Haben Ine und ich hier in der Mikrowelle gemacht, also diese Fertigpackungen. Mit Käsegeschmack! War total lecker.
Ine hat die Küche in Brand gesetzt!
Naja, fast. Sie wollte hier bei uns in der Gastfamilie Kekse backen. Die Ticos benutzen aber ihren Backofen so gut wie nie und da hat Elizabeth wohl vergessen, Ine zu sagen, dass sie den Backofen nur vorheizen und dann ausmachen muss. Also finden Ines Kekse nach zwei Minuten an zu brennen! :D In der Panik hat dann Steven Wasser über die Kekse gekippt, wobei das innere Glas der Ofentür zersprungen ist. Wir hatten dann natürlich total Angst, dass Elizabeth schrecklich böse auf uns ist. Die hat aber nur gelacht, als ich (sonst kann ja keiner Spanisch) ihr erklärt habe, dass ihre Küche gebrannt hat und meinte noch „Son galletas de fuegp!“ („Es sind Feuerkekse!“). Diese Frau ist einfach wirklich zum knutschen <3
Ich bin ein Star, holt mich hier raus.
Man wird hier als Weißer, insbesondere als Frau, sowieso immer schon komisch angeguckt und von allen Männern angemacht. Na gut, daran gewöhnt man sich irgendwie. Dass aber eine Gruppe 14-jähriger Mädchen sich neben dich auf eine Bank setzt, dir erzählt, wie schön deine Haare sind, und dann anfängt Fotos von dir zu machen, ist doch eine seltsame Erfahrung. Und ist mir genau so wiederfahren. Man fühlt sich manchmal wirklich wie im Zoo o.O

Franzi, Ally und Ich alajuela Sunset Die Chaotengruppe John, Jules, Bryse, Franzi

Planänderung
Eigentlich habe ich ja dieses Projekt ganz normal für drei Wochen gebucht. Es war also auch so geplant, dass ich hier in Alajuela drei Wochen in der Breeding Station helfe. Nun sollte aber Ine eigentlich nach Punta Islita zur Releasing Site fahren, weil die Biologen dort Hilfe brauchten. In hat aber nach einer nächtlichen Trinksession mit mir ihren Bus verpasst (ich war pünktlich zur Arbeit!) und ist dann nicht mehr gefahren. Also wurde ich gefragt, ob ich fahren möchte. Ich habe mich natürlich sehr über diese Chance gefreut und gleich zugesagt! Dann sollte ich allerdings schon letzten Montag direkt fahren, was mir dann doch zu schnell ging. Zum einen ist die Releasing Site nämlich auch in einer abgelegenen Gegend und zum anderen ist der Großteil der Arbeit dort laufen, weil man die freigelassenen Vögel beobachtet und dabei hinter ihnen herlaufen muss. Da ich sowohl Einsamkeit als auch 200 Kilometer Fußmarsch im Schildkrötenprojekt gerade hinter mir hatte, bat ich um Aufschiebung. Nun fahre ich also am kommenden Dienstag nach Punta Islita an die Pazifikküste. Darauf bin ich sehr gespannt, zum einen weil ich noch nicht am Pazifik war und zum anderen, weil ich dort einen weiteren Teil der Arbeit von Biologen kennenlernen werde. Ob ich dort allerdings Internet habe weiß ich nicht, also wenn ihr wieder zwei Wochen nichts von mir hört, wundert euch nicht, es geht mir gut! (:

So, das war auch schon wieder eine ganze Menge. Ich hoffe, ihr genießt das tolle Wetter in Deutschland! Ich genieße die Sonne hier noch eine Weile und bin dann bald aber auch schon zurück (8. Juni) (:

Bis dahin: Muchos besos!
eure Jules

30April
2013

17. April 2013 - Schildkröten im Bootcamp

So, es ist wirklich mal wieder Zeit für einen Blogeintrag. Auch wenn ich hier kein Internet habe und nichts veröffentlichen kann, setze ich mich jetzt hin und schreibe euch was ;)

Bye Bye, Zivilisation
Am Montag der vergangenen Woche habe ich mich von meinen neuen Freunden in Puerto Viejo verabschiedet und habe den Bus Richtung Limon genommen. Von dort aus ging es weiter nach Batan. Die Busfahrt dahin dauerte zwar nicht lange, aber war trotzdem anstrengend. Ich machte nämlich den Fehler, einen Tico um die 30 zu fragen, ob Batan die letzte Busstation ist. Daraufhin fragte er ob er sich neben mich setzen darf und hat mich eine geschlagene Stunde lang vollgelabert. Am Ende hat er mir gesagt, wie sehr es ihn freut, dass wir jetzt Freunde sind und dann bekam ich noch einen Wangenkuss zum Abschied. An diese Mentalität kann ich mich irgendwie nicht gewöhnen :D Die meisten Menschen hier wollen wirklich nur nett sein, aber die Männer sind manchmal echt etwas aufdringlich.

Von Batan aus wurde ich dann von einem Mitarbeiter des Schildkrötenprojekts abgeholt. Dann ging es zusammen mit drei anderen Volontären mit dem Boot auf unsere EINSAME INSEL. Die Bootsfahrt war der Wahnsinn! Anfangs war der Rio Pacuare, wie der Fluss heißt, ein kleiner Bach mit dichter Vegetation drumherum, aber später entwickelte er sich zu einem riesigen Fluss. Wir haben viele Vögel und sogar eine Flussschildkröte gesehen (: Und die Landschaft ist wirklich atemberaubend, mit dem dichten Wald oder Wiesen mit Kühen und Pferden drumherum.

Welcome to the Bootcamp
Auf unserer Insel und in unserem Haus angekommen, wurden wir von Robert und Sean empfangen. Nach einer kurzen Einweisung (bei der uns unter anderem erzählt wurde, dass an der Küste hier viele Haie leben und dass die Ticos hier um jeden Preis eine Beziehung mit jedem Mädchen eingehen wollen) durften wir unser Zimmer beziehen. Wir schlafen mittlerweile NUR noch mit 4 Mädels im Zimmer (anfangs 5, ca. 15 Quadratmeter, Hochbetten, keine Schränke oder sonstiges). Ach nein, zurzeit sogar nur noch zu dritt, weil Stephanie aufgrund eines Termitenbefalls ihres Betts das Zimmer wechseln musste. Klingt gut, nicht? ;) Insgesamt sind wir zurzeit 8 Freiwillige im Haus, und ich komme auch mit allen total gut klar (:

Auf der Insel wohnen im Großen und Ganzen die Volontäre mit ihren „Betreuern“ und nebenan die Poacher. Das ist wirklich eine komische Situation, denn tagsüber grüßt man sich auf der Straße und nachts ist man im Wettlauf gegeneinander und ignoriert sich konsequent. Einige der Local Guides sind auch noch sehr eng mit ihren Poacher-Nachbarn befreundet. Kein Wunder aber, es gibt ja auch keine große Auswahl, wen man sich zum Freund macht. Außerdem gibt es auf der Insel noch einen kleinen Shop, in dem man Kokos-Produkte (Öl, Ketten aus Kokosschale etc.) und Kekse oder Softdrinks (manchmal auch Bier, yay!) kaufen kann. In unserem Garten konnten wir Affen (Kapuziner-Äffchen), Tukane, Oropendulas (eine Vogelart) und Geckos beobachten und einmal haben wir auf der Insel sogar ein Zweifinger-Faultier mit Baby gesehen :) UND: Auf der Hin- und Rückfahrt auf dem Fluss gab es Kaimane, Krokodile, Flussschildkröten und sogar einen Flussdelfin zu beobachten :)

In unserem Haus gibt es dreimal am Tag Kohlenhydrat-Futter. Zwar schmeckt das Essen gut, aber wir bekommen wirklich nur Kohlenhydrate und Fett. Nur hin und wieder mal gibt es Kohl, denn für frisches Gemüse oder Fleisch (oder Obst…) fehlt uns der Kühlschrank. ): Morgens gibt es fast immer Gallo Pinto und Pancakes, mittags oft Suppe oder Tortillas und abends Nudeln, Lasagne (mit Sojabohnen) oder Reis mit Curry. Achja, der Verzehr von Alkohol ist übrigens gänzlich verboten.

Über den Tag verteilt bekommen wir immer unsere „Super Fun Jobs“, die zum Teil sinnvoll sind (wie Geschirr abwaschen), zum Teil aber auch einfach totaler Blödsinn sind (wie zum Beispiel die „Pool“ Area fegen, was natürlich JEDEN Tag gemacht werden muss; der Pool ist übrigens leer). Manchmal geht mir das schon gehörig auf den Keks, vor allem, weil kein anderes Projekt solche Aufgaben machen muss. Ich habe zwar kein Problem damit, zu helfen, aber wir zahlen 40 Dollar pro Nacht und dafür finde ich das schon sehr viel Geld. Achja, habe ich erwähnt dass wir nicht nur kein Internet, sondern auch keinen Strom haben? Es gibt eine einzige Glühbirne, die mit Solarenergie betrieben wird. Mein Laptop hat jetzt noch eine Akkulaufzeit von 1,5 Stunden. Byebye!

Die Arbeit im Projekt
Ich stehe morgen meistens gegen 8.30 Uhr auf, weil es dann einfach viel zu heiß im Zimmer wird. Um 9.00 Uhr gibt es dann Frühstück. Danach machen wir meistens nichts oder spielen mal ein Spiel. Wenn ich nicht zu faul bin, spiele ich ein bisschen Ukulele oder mache Fotos. Um 13.00 Uhr gibt es meistens Mittagessen. Danach machen wir wieder nichts. :D Um 15.00 Uhr haben wir dann meistens Hatchery Duty (also Arbeiten bei den Schildkröten-Nestern; z.B. den Sand reinigen oder Pflanzenwurzeln entfernen)) oder Beach Cleaning (also Strand aufräumen). Dann gibt es noch die Nachtschicht, die bei Patrouillen von 20 - 24 Uhr oder von 24 - 4 Uhr geht. Wenn man Hatchery Duty hat, ist das entweder von 18 – 24 Uhr oder von 24 – 6 Uhr.

Wenn man Patrouille hat, was meistens der Fall ist, läuft man in seinem Sektor, also Strandabschnitt, 4 Stunden lang hin und her auf der Suche nach Spuren, Schildkröten oder Nestern. Hat man dann endlich eine Schildkröte gefunden, wird es richtig spannend: Als erstes wird eine Tüte in das Nest gehalten, damit die Eier leicht transportiert werden können. Damit werden dann alle Eier aufgefangen. Währenddessen wird kontrolliert, ob die Schildkröte einen Pit, also einen Chip, und Tags, also Metallklammern mit einer ID-Nummer hat. Ist dies nicht der Fall, muss der Guide diese anbringen. Dann wird noch ein winziges Stück der Hinterflosse zwecks DNA-Bestimmung abgeschnitten. Danach wird die Schildkröte vermessen und auf Verletzungen untersucht, was anschließend alles in ein Datenblatt eingetragen wird.
Es ist auf jeden Fall super aufregend, wenn man diese riesigen Geschöpfe (ca. 150 cm groß) bei der Eiablage beobachten kann. Das Anbringen der PITs und Tags tut den Tieren übrigens nicht weh, da sie während der Eiablage in einer Art Trance-Zustand sind und kaum noch etwas mitbekommen.

Ein- bis zweimal die Woche hat man jedoch Hatchery, was bedeutet, dass man grundsätzlich erstmal die Hatchery bewacht. Die Hatchery ist der eingezäunte Bereich, in dem die Eier „Relocated“, also wieder eingegraben werden.  Man sitztdort also 6 Stunden und läuft zwischendurch eine kleine Patrouille oder sucht im Hatchery nach Krebsen, die man dann herausjagen muss. Wenn dann allerdings eine Gruppe mit Eiern kommt, muss man das Loch graben, die Eier ablegen und alle Daten aufnehmen. Das hält einen aber zumindest wach, denn 6 Stunden nachts nur herumzusitzen ist sehr, sehr ermüdend!

Tine
Nun zu mir: Direkt in meiner ersten Nacht haben Annett und Ich bei unserer kleinen Patrouille vor der Hatchery eine Schildkröte gefunden. Ich habe sie Tine getauft. Das witzige ist, dass ALLE Volontäre im Tortuga Feliz-Projekt in ihrer ersten Nacht eine Schildkröte finden, während andere Freiwillige manchmal wochenlang keine sehen. Da standen wir also, völlig aufgeregt und ahnungslos, und haben mit unseren Lampen das Signal für „Wir haben eine Schildkröte und brauchen Hilfe“ gegeben. Eine halbe Stunde lang habe ich dann gewartet, bis endlich jemand kam. CJ, ein Local Guide, hatte eigentlich frei, ging aber glücklicherweise zum Rauchen nach Draußen und hat so mein Lichtsignal gesehen. Er kam dann auch direkt angelaufen und unter seiner Anweisung habe ich dann meine ersten Eier geborgen (die die Schildkröte schon gelegt hatte, also musste ich sie aus dem Nest wieder herausholen) und meine erste Schildkröte vermessen. Es war total überwältigend, diesem rieesigen Tier (150 cm Panzerlänge; macht ungefähr 2 m Gesamtgröße) bei der Eiablage zuzusehen und sich danach sorgfältig und liebevoll um die Eier zu kümmern. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Tine 64 Eier gelegt. Das ist nicht soo viel, aber vielleicht war das sogar Tines erstes Mal, denn sie hatte auch noch keine Tags oder einen Pit. Den Rekord hält bislang wohl eine Schildkröte, die 141 Eier gelegt hat. Und ich sage euch, selbst so ein Eierbeutel mit nur ca. 70 Eiern wiegt ne Menge! Wenn man den dann vom Ende der Insel zur Hatchery tragen muss, werden einem die Arme ganz schön lang.

23. April 2013 – Tortuguero: Wir haben Freigang!

Endlich mal raus hier! An einem schönen sonnigen Tag fragten uns ein paar Mädels aus dem Louis‘ Project, ob wir sie am nächsten Tag mit nach Tortuguero, dem nahegelegenen Nationalpark, begleiten wollten. Da wir wirklich scharf darauf waren, unser natürliches Gefängnis in Form einer einsamen Insel mal zu verlassen, waren wir natürlich gleich begeistert dabei, koste es was es wolle. Es wurde also alles geplant, das Boot bestellt und am nächsten Morgen – regnete es in Strömen -.-Da wir für diesen Fall keine Abmachung getroffen hatten, machten wir uns trotzdem auf den 20-minütigen Weg zu Louis‘. Dort haben wir dann erfahren, dass der Ausflug ausfällt und trafen die Entscheidung, es am nächsten Tag nochmal zu versuchen. Am nächsten Tag also – das gleiche Spiel. Dieses Mal hatten wir allerdings vorher abgemacht, dass wir bei strömendem Regen nicht fahren würden. Wir beschlossen, dem Ganzen eine dritte und LETZTE Chance zu geben. Dafür suchten wir uns den Dienstag aus, da wir montags die Hatchery fertig machen mussten. Und das war eine gute Entscheidung! Am Dienstag schien die Sonne, und wir strahlten übers ganze Gesicht. Wir gingen in Tortuguero richtig schön frühstücken (OBSTSALAAAAT!!), schauten uns hinterher den Park an (ich habe alle drei Affenarten der Karibikküste gesehen: Spinnenaffen, Brüllaffen und Kappuzineräffchen; außerdem eine giftige Schlange) und anschließend gönnten wir uns Brownies mit Eis und einen Cocktail. GENIAL! Man weiß erst, was man vermisst, wenn man es nicht mehr hat. Wie weise, wie weise. Zum Abschluss des Tages stürmten wir noch den Supermarkt und deckten uns mit Chips und Schokolade ein. Ein wirklich gelungener Tag! (:

27. April 2013 – Eine Zusammenfassung

Sorry, dass ich nicht früher weiterschreiben konnte, aber mein Akku hat dann doch irgendwann aufgegeben ;) Heute bin ich in mein nächstes Projekt, das Papageien-Projekt, gefahren. Dazu aber später mehr. An dieser Stelle möchte ich euch noch einen kurzen zusammenfassenden Rückblick über das Schildkrötenprojekt geben. Was mir wirklich gut gefallen hat, waren die Schildkröten. Es war unglaublich, diese seltenen und interessanten Tiere nachts bei der Eiablage zu sehen. Außerdem fand ich es wirklich eine Erfahrung wert, drei Wochen lang ohne Internet und Handy und auch ohne Strom auszukommen. Auch das Leben auf einer einsamen Insel ohne Kontakt zur Außenwelt war erfahrungsreich. Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, war das Projekt selbst und wie wir als Volontäre zum Teil behandelt wurden. Das Essen im Projekt ging einem nach spätestens einer Woche tierisch auf den Keks, und die Arbeit war extrem anstrengend. Es wurde kaum geschätzt, dass wir jede Nacht unseren Schlaf für die Schildkröten opferten. Es hätte wirklich das Paradies auf Erden sein können mit dem Strand direkt vor der Haustür, den Obstpalmen und –bäumen umzu und den vielen verschiedenen Volontären aus verschiedenen Ländern. Leider wurde aber überhaupt keine Gruppenatmosphäre hergestellt, was ich sehr schade fand. Ich bin im Nachhinein aber trotzdem sehr froh, dass ich dieses Projekt gemacht habe. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, tolle Menschen kennengelernt und wer kann schon von sich behaupten, dass er einer Lederschildkröte bei der Eiablage zugesehen und anschließend noch die Babys gerettet hat?! ;)

So, ich entschuldige mich für diesen sehr langen Text, aber es ist wirklich schwer, drei Wochen in einen Blogeintrag zu packen :D Als Entschädigung wie immer: Schöne Fotos (:

Buenas Noches,
eure Jules

Skorpion in unserem Haus Harte Arbeit in der Hatchery Tukan-Vögel Rio Pacuare am Morgen Sonnenuntergang SOO groß sind Lederschildkröten! Unsere Basis Pantera mit ihrem neuen Spielzeug (meine alten T-Shirts) - endlich glücklich! Ein Besucher in unserem Zimmer Sonnenaufgang Die Hatchery Ein Krebs auf unserem Dach La Luna. Rio Pacuare Der Eingang zu Tortuguero Eine süße Bar in Tortuguero Spider-Monkey! Brüllaffen in Tortuguero Kapuzineräffchen Eine giftige Schlange Tortuguero Nationalpark Tortuguero Pueblo Schwarze Heuschrecke Babyvogel. Unser Zimmer. RIESIG! -.- Unser Projekt Pantera <3 Springender Affe. Affe auf unserem Grundstück Eine Schildkröte! Erkennt ihr sie? ;) Eier sammeln. Having fun digging holes! :D La casa del coco - der kleine Laden. Angeln :) Rio Pacuare mit Mündung ins Meer Baby-Turtle. Großer Krebs. Große Spinne :-/ Ein Müllberg am Strand. Spaß beim Beach Cleaning PUPPY! Süß?

Mit Tieren gearbeitet: Lederschildkröte
Tiere in der Natur gesehen: Kapuzineräffchen, Brüllaffen, Süßwasserdelfin, Geoffroy-Klammeraffen, Zweifinger-Faultier, Dreifinger-Faultier, Opossum, Krokodil, Kaiman, Flussschildkröte (und bestimmt noch viel mehr)

07April
2013

Auf zu den Schildkröten!

So, ich muss noch einmal das Internet ausnutzen, denn vermutlich werde ich die nächsten drei Wochen keine Verbindung zur Außenwelt herstellen können.

Ein Tag ohne Wasser.
Am Freitag hatten wir kein Wasser. Schon wieder nicht. Das war jetzt das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen. Das beste daran war, dass ich mittags Monkeysitting hatte. Und beim Monkeysitting ist es so, dass man grundsätzlich IMMER angeschissen und angepisst wird. Komm ich also nach Hause: Nix mit Duschen. Also ab zum Meer und da gebadet :D Man muss sich nur zu helfen wissen :p

Ein spontaner Umzug.
Bei uns ist im Moment ein bisschen Chaos. Am Freitag bekamen wir eine E-Mail, dass das Haus, in dem wir untergebracht sind, verkauft wurde und wir voraussichtlich bald umziehen müssen. Am Freitagabend wurde uns dann mitgeteilt, dass der Umzug schon am Samstag stattfinden müsste. Also Freitagabend noch schnell Sachen gepackt (zusätzlich zu meinem Rucksack, meinem kleinen Koffer und meinem kleinen Handgepäckrucksack brauchte ich noch drei Tüten :D) und Samstag nach der Arbeit ging es dann ins neue Heim. Unsere neue Unterkunft liegt auf der anderen Seite von Puerto Viejo und damit Kilometer von unserem Projekt entfernt. Es fahren auch irgendwie nur ein paar Mal täglich Busse auf der Strecke, weswegen wir jetzt morgens zur Arbeit zu spät kommen und nachmittags noch fast zwei Stunden auf den Bus warten müssen -.- Das Gute aber: Für mich spielt das alles keine Rolle mehr, denn ich bin ab morgen im Schildkrötenprojekt :p

El cumpleaños de Poo
Gestern hatte Poo, unsere Managerin hier im Center, Geburtstag. Den hat sie bei gutem Essen und ein paar Drinks bei La Biela gefeiert, einer Bar mit toller Atmosphäre und einer super Band, die mit einfachsten Mitteln (einem Banjo, Bongos und einem "Bass", der aus einem Holzkarton, einem Stock und einer Schnur bestand) total groovige Musik gemacht haben. Es war wirklich ein witziger Abend. Poo und auch die anderen Leute hier im Center werde ich auch ganz schön vermissen. Es ist toll, wie man immer wieder neue Leute und damit neue Charaktere kennenlernt. Ganz zu schweigen vom kulturellen und sprachlichen Austausch :)

Time to say goodbye Stirnrunzelnd
Hier im Jaguar Rescue Center ist heute mein letzter Tag :( Im Moment sitze ich mit fünf Faultieren, dem Agouti, Stanley (dem Honigbären) und Whizzie dem Papageien im Sloth-Garden. Vorher war ich kurz im Wald mit den Affen :) Wenn ich hier so sitze merke ich schon, wie mir die kleinen Racker hier ans Herz gewachsen sind und wie sehr ich sie vermissen werde. Auch wenn die Arbeit manchmal auch genervt hat, wenn ein Faultier dich anlächelt oder Stanley sich an deine Schulter klammert, macht das alles wieder wett :) Aber ich werde den Kleinen hier ja nochmal zusammen mit meinen Eltern einen Besuch erstatten. Bis dahin heißt es aber: Farewell, meine Lieben <3

Auch von euch verabschiede ich mich erstmal für eine Weile, denn wie ich vor kurzem erfahren habe, gibt es im Schildkrötenprojekt keine Internetverbindung. Ich hoffe aber, dass ich nach den drei Wochen, wenn ich dann in mein Papageienprojekt nacht Alajuela wechsle, wieder Internet habe und euch dann von meinen Erfahrungen bei den Schildkröten berichten und natürlich viele Bilder zeigen kann. Ich freue mich schon sehr darauf :)

Bis dahin, hasta pronto,

eure Jules

Hier noch ein paar Bilder :)

Stanley, das Kinkajou <3 Im Wald mit Nerea (und noch einem, erkenn ich so gerade nicht). Chai hat Durst. Tequila nimmt ein Bad. Stan the man! Kurze Pause. :) Gouti-Gouti. Der Sloth-Tower. Das Affenhaus. Molly <3 Benedikt, oder wie auch immer er jetzt heißt. Sonnenuntergang in Puerto Viejo. OWL my god! POLLENZ! Fernando will immer alls haben. Babys füttern :) Unser Affenspielplatz. CHUCKY!! :) Mein Lieblings-Spidermonkey.

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